Biscaya,

eine große Bucht, die von Brest bis Bayonne zu Frankreich- und ab Bilbao zu Spanien gehört. Die Öffnung zum Atlantik ist ca. 340 Seemeilen breit. (630km) Ein Seestück welches jeder Segler/in mit Respekt angeht.

Atlantiköffnung Biskaya, gelbe Linie. Gut zu sehen ist der Anstieg des Meeresgrundes.

Durch den ansteigenden Meeresgrund vom Atlantik bilden sich hier hohe Wellen. Auf unserer Hinreise haben wir diese Bucht innen abgesegelt, nun wollen wir direkt von Süd nach Nordost. Den passenden Wind hatten wir abgewartet und so sind wir am Samstag, 25.7. morgens los. Die Wetterberichte sagten südwestliche Winde bis 5 bft. voraus. Am Sonntag weniger, am Montag mehr.

Regen, Wolken und Niesel, Fremdwörter für uns seit Monaten.

Schon am Tag 1 regnet es am Nachmittag, dicker Nebel kommt zeitweise dazu. Alles ist klamm. Zum ersten Mal seit Monaten kramen wir die Segelanzüge aus den Schränken. Dicke Pullover unten drunter. Es ist kalt, besonders in der Nacht. „Elisa“ macht gute Fahrt und da kaum Schiffsverkehr ist, ist einer von uns meist unter Deck und der Andere verkrümelt sich, wenn möglich, unter der Sprayhood. Von dort hat man alles im Blick. So werden wir kaum nass. Das Steuern übernimmt der Autopilot. Trotz Welle macht dieser das hervorragend. Eigentlich unser dritter Mann! Strom kommt von unserem Hydrogenerator und von unserer Solarpaneele. Das reicht für all unsere Technik. Es geht voran! Wir wechseln die Segel immer wieder um das Boot optimal an das Wetter- und unsere Bedürfnisse anzupassen. Bei dem Geschaukel oft ein akrobatischer Akt.

Heute mit Sturmmütze!

Wir sind eine kleine Crew und ich bin immer etwas unruhig, besonders wenn Bernadette Nachtwache hat. Sie macht das gut. Sie kennt das schon. Man ist ziemlich einsam wenn man da so sitzt! Heute sind keine Sterne zu sehen und das bisschen Mond geht früh unter. Wenn möglich übernehme ich die „Hundewache“ Nachts von 1 – 5 Uhr. Diesmal klappte das aber so nicht und Bernadette mußte übernehmen. In dieser Zeit ist man besonders müde. Als ich dann um ca. 5 Uhr ablöste, fiel sie wortlos in die Koje. Wir schlafen auf Nachfahrten im Salon und nicht, wie normal, in der Vorschiffskabine. In der Mitte vom Boot ist der ruhigste Platz und es schaukelt etwas weniger. Wir teilen uns dieses Bett. So steigt Bernadette an diesem Morgen in meinen angewärmten Schlafsack. Es schaukelt und rollt stark, Wind und Welle kommen von hinten. Bei Arbeiten an Deck, besonders Nachts, wird die Freiwache geweckt. Ein Kaffee und ein Stück Käse in der Hand ist das Frühstück.

Ist nicht wie im Hochglanz Prospekt der Bootshersteller! Kein Drink in der Hand! Kein rekeln an Deck! Kein Service? Wir sind freiwillig unterwegs und man/frau muss es schon mögen- aber ohne diese längeren Überfahrten kann man so eine gesamte Reise nicht machen. Und so lang ist diese Strecke ja nun auch nicht. (denken die in der Karibik jetzt.😜) Der folgende Film zeigt ein Stück Biskaya. Es gibt immer was zu entdecken. Unbedingt ansehen!

Biscaya „Elisa“ 2020

Nun sind wir in Frankreich und unsere Reise geht weiter. Segeln ist schön! Uns geht es gut. Das Gleiche wünschen wir euch auch. Crew Elisa

Segelnde Kinder vor Audierne/Frankreich.

Spanien adé!

Heute soll es weitergehen! Die Biscaya liegt vor uns. Es ist früh am Morgen und Bernadette bereitet ein einfaches Frühstück vor. Beide sind wir leicht angespannt und sehr traurig dieses schöne Segelrevier zu verlassen.

Muxia, auch als Pilgerort vom Jakobsweg bekannt.

Galizien macht uns den Abschied schwer. Die, hier in Muxia, immer kreischenden Möwen empfinden wir heute Morgen wie ein Abschiedskonzert. Nun geht es gleich los. 2-3 Tage wird die Reise dauern. Wenn wir auf der anderen Seite in Frankreich angekommen sind melden wir uns wieder. Bis dahin auch für euch eine gute Zeit. Gruss Crew Elisa

Grosse Skulptur direkt am Atlantik.
Sonnenaufgang am nordwestlichen Cabo von Galizien☀️

Geheimtip Galizien!

Unsere Reise Richtung Nord geht voran. Wir kreuzen uns langsam Richtung Pole-Position zum Absprung über die Biscaya. Bei schönem Wetter ist das mit Elisa im Moment sportlich zu segeln. In Porto/PT haben wir 3 Tage verbracht. Eine besondere Stadt, die nicht nur Cherry und Portwein als Highlite zu bieten hat. Von da ging es weiter über die Seegrenze nach Spanien. Gleich die erste „Ria“ (Bucht) bei Vigo ist so schön, dass wir unseren Anker 3 Tage im feinen Sandgrund stecken ließen. „Galizien“, unser Geheimtip! Hier ist mit dem Boot alles möglich. Große- und kleine Buchten zum Ankern, Strände, Städte, Lokale, worauf man gerade Lust hat. Und dann das super Wetter, welches sommerlich- aber nicht zu heiß ist.

Unsere Ankerbucht!
FKK Strand- so wie wir es mögen.
Glasklares Wasser, feiner Sand, Muscheln auf dem Meeresgrund klar zu erkennen.

Wir kennen dieses Revier schon von der Hinreise und wollen noch ein paar Tage bleiben. Dennoch drückt die Strecke über die Biscaya. Das ist nochmals ein Törn über mehrere Tage der vor uns liegt. Auch hier ist der vorherrschende Wind Nord/Nordost. Also normal von vorne! Ähnlich wie ich es schon von den Kanaren kenne, muss ich eine Lücke suchen wo der Wind dreht. Der Winddreher ist bereits bei Neptun und Rasmus angemeldet. Die sagen: „Er sei in Arbeit“.😜 Vorher habe ich einen Schluck hochprozentigen ins Meer gekippt und folgenden Spruch aufgesagt: „Rasmus, alter Schweinehund, blas’ die Segel voll und rund. Aber nicht zu dolle, sonst meckert meine Olle!🤣 (sorry Bernadette, meckerst ja kaum.)

Biskaya, geplante Überquerung, gelbe Linie.

Heute sind wir im Hafen von Sanxenxo in der Ria de Pontevedra. (oberhalb vom blauen Punkt) Hier können wir unsere Vorräte auffüllen und dann schnell wieder weg.

Einkauf! 3 volle Taschen und einen „Hackenporsche“, sind jedesmal ein Kraftakt!
…immer wieder Delphine die uns begleiten🐬

Gestern habe ich ausversehen meine Scheckkarte an der Bootstankstelle ins Wasser fallen lassen. Wieder einmal kommt meine Taucherausrüstung zum Einsatz. Ich konnte sie in 7 Meter Tiefe vom Grund fischen.😃 Die Marinieros vom Hafen staunten nicht schlecht als wir das Problem selbst lösten. Sie witterten schon fette Beute🤑

Porto! Blick von unserem Ankerplatz.

Drückt uns die Daumen, dass der Wind dreht und wir die Biscaya queren können. Alles Gute nach Hause und in alle Welt an unsere Freunde, Crew Elisa

PS. Über eure Kommentare freuen wir uns immer. Schreibt mal!

…habe ich nicht eine besondere Maske? Hat mir Wolfgang aus Portugal geschenkt. Wenn schon Maske, dann nur diese! Danke👍

…es hat geregnet!

Nicht der Rede wert? Doch, für uns schon. Es war gestern für uns der erste Regen seit Monaten! Kaum zu glauben, dass wir so lange keinen Regen gesehen haben. Immer schönes Wetter! Hier in „Figueira da Foz“, Portugal dann das Gewitter am Abend. Kaum waren die dicken Tropfen weg, kam ein übermächtiger Gestank in unseren Hafen. Man kann sich das nicht vorstellen. Wie im Fäkalientank😫 Wir konnten kaum schlafen. Warum das so stinkt wissen wir nicht, haben aber so unsere Theorien. Immer wieder erleben wir so einen Gestank nach Hochwasser- vielleicht auch diesmal nach Starkregen🤨? Da wird aufgedreht! Diesmal besonders! Also früh weg hier.

Nebel heute in der Ausfahrt von Figuero da Foz.

Unser Kurs geht Richtung Nord die gesamte portugiesische Küste hoch bis Galizien/Spanien. Im atlantikweiten Windsystem weht hier im Sommer der „portugiesische Norder“. Dieser hat noch Stromversatz in Süd, sodass wir im Moment Wind und Strom von vorne haben. Ca. 15 Seemeilen von der Küste entfernt auf dem Atlantik bläst dieser Norder zur Zeit mit 5-6 Bft., in Böen 7 Beaufort. In direkter Landnähe ist kaum Wind aber 2-3 Meter Dünung, erzeugt von dem Starkwind auf See. Draußen wollen wir nicht segeln, in Landnähe kann man nicht segeln. Ein riesiges Geschaukel und schlagende Segel. Beste Bedingungen um sich zu ärgern!☹️⛵️

Südstrand von „Nazaré“. „Steinfrösche“!
„Nazaré“ im Hintergrund.

Die Küste an der wir versuchen hochzusegeln⛵️, hat einen hunderte Kilometer langen Strand. Beneidenswert wer so etwas vor der Tür hat. Schade nur, dass viele Portugiesen es selbst nicht zu schätzen wissen, sonst wäre nicht so viel Plastik hier in der Natur! Ich habe Filme gemacht und bin sehr traurig darüber. Sicher ein großes und weltweites Problem, aber in diesem Landstrich größer als sonst auf unserer Reise!

Ob die nochmals in See stechen? Die Werft ist auffällig ungepflegt! Überall Müll.

Unser nächstes Ziel ist Porto. Dort wo der Portwein und Cherry hergestellt wird. Eine interessante Stadt, die wir schon von der Hinreise kennen. So ist es keine Strafe, hier ein paar Starkwindtage auszusitzen.

Heute hatte ich nicht nur Gutes zu berichten. Muss auch mal sein! Bleibt uns treu und schaut mal wieder rein, Gruss Crew Elisa

Algarve ade!

Ein Segelrevier welches schöner kaum sein kann!⛵️

Ankerbucht Faro/Culatra
Hoch am Wind Richtung Nord.
Mein Lieblingsplatz. Hier habe ich bei guten Bedingungen alles im Blick und kann meine Kniegelenke schonen🦵

588 Seemeilen war der Umweg über Gibraltar nach Malaga ins Mittelmeer und zurück. (siehe Grafik)

Kreuzende Kurse und links das Kap „Cabo de Säo Vincente“

Bevor wir uns nun endgültig von hier verabschieden sind wir noch im Hafen von Vilamoura PT eingelaufen. Der größte Hafen an dieser Küste für die Reichen und Schönen. Fast nur dicke Motorboote und entsprechend teuer. Dort haben wir uns mit unseren portugiesischen Freunden Inky und Wolfgang- und unseren Segelfreunden Sigrid und Gerd nochmals verabredet. Schön, dass das geklappt hat! Mit den guten Erinnerungen gemeinsamer Stunden, haben wir dann am Montag die Leinen gelöst. Am Dienstag dann das Kap „Cabo de Säo Vicente“ gerundet, welches wir schon von der Hinreise kennen. Nun geht unser Kurs wieder auf den offenen Atlantik Richtung Nord. Der Hauch von Afrika bleibt im Kielwasser. Zum Weinen blieb aber keine Zeit weil wir gleich auf der südwestlichsten Ecke von Europa mit rauher See empfangen wurden. Wind und Strom kamen zudem von vorne. Hatte ich da den Wetterbericht nicht richtig interpretiert? Zu viel gefeiert?🍺 Mit Wellen wie im Whirlpool, ging es hier am Kap stürmisch zur Sache! Da wird uns wieder einmal bewußt wo wir uns gerade befinden. Es folgten ein paar ruppige Kreuzschläge bevor der Wind endlich, wie angekündigt, drehte und auch weniger wurde.

Das Kap „Cabo de Säo Vincente“

Nach 12 Stunden hoch am Wind waren wir froh, als unser Anker bei Sonnenuntergang im Hafenbecken der kleinen Stadt „Sines“ im Meeresboden versank. Schlafen!🥱 Hier wollen wir so lange bleiben, bis der nächste Segelschlag möglich ist. Bei vorherrschenden Nordwinden braucht man Geduld!

Vasco da Gama, geboren in Sines! Er fand den Seeweg nach Indien.

In Deutschland fängt ja nun auch die Urlaubszeit an. Euch allen eine gute Zeit, wo immer ihr gerne seid. Bleiben wir so gesund wie eben möglich!! LG von der Crew Elisa

Einmal Malaga bitte🍨

Am 15. Juni 2020 sind wir in die Strait of Gibraltar von West nach Ost eingelaufen. Die beeindruckende Kulisse zwischen Afrika und Europa begleitet uns auf dieser Reise. Beide Kontinente haben hier hohe Berge. Es ist passender Nordwestwind und wir gleiten, bei sonnigem Wetter, mühelos durch die Meerenge. Ein schöner Segeltag, den wir in Erinnerung behalten werden.

Links Marokko und rechts Spanien. (mißglückte Panorama Aufnahme)

Unser heutiges Ziel ist der Hafen Alcaidesa in „La Linea“. Nur einen Steinwurf entfernt vom bekannten „Affenfelsen“, der unter britischer Herrschaft Gibraltar markiert. Unser zugeteilter Hafenplatz bietet uns den direkten Blick auf den 424 Meter hohen Berg, der Nachts beleuchtet ist. Eine gelungene Kulisse.

Felsen von Gibraltar. Dieser Teil ist Britisch und hat einen Grenzübergang!

Von Lagos/ Portugal, bis hier, war das einer der schönsten Küstenabschnitte unserer Reise.👍 180 Seemeilen nach unserem Geschmack.⛵️

Gibraltar „Affenfelsen“ 424 Meter hoch, von Seeseite Nachts beim Einlaufen fotografiert.
Schiffe vor Anker mit langen Bohrgerät. Ein bisschen wie Weihnachten🤨

Weiter geht unsere Reise ins Mittelmeer! Dicker Nebel war die erste Überraschung bei der Einfahrt ins Mediterrane. Viel Wind und Nebel, so warnt auch die Fachliteratur! Das hatten wir bis jetzt selten. Normal ist eher wenig Wind bei Nebel! Es braucht starke Nerven segelnd durch die viel befahrene Seestrasse zu steuern, wenn man nichts sieht. Überall tiefe, sehr tiefe Schallsignale der Grossschifffahrt. Gut, dass wir AIS haben! (🤨damit kann man Nachts oder bei Nebel Schiffe auf dem eigenen Bildschirm erkennen, orten und ggf. ausweichen.) Etwa drei Stunden hat es gedauert bis der Nebel durchbrochen war und wir das Land sehen konnten. Falsch– bis wir die ewig lange Kette von Hochhäusern sahen, die nahtlos an der spanische Küste gebaut sind.

1000km Partymeile🍺🥂⛱☀️

Auf Google-Earth kann man erkennen wie es bis zur französischen Küste so weitergeht. Hier geht die Post ab! Trotz Corona und noch geschlossenen Hotels, überall laute Musik von Land und auf ankernden Booten. Wasser-Scooter mit ihrer ätzenden Geräuschkulisse, Angler, Paddler, Schwimmer und Badebetrieb am Strand wie im Freibad. Die erste Nacht verbrachten wir so vor Anker. Die Zweite auch! Nur weil sich an diesen Nachmittagen keiner von diesen irren Scooterfahrern versteuert hat, haben wir überlebt. Wir glauben die Dinger ersetzen den Sex🤨 Am dritten Tag lag dann der Hafen vom „Real Club Mediterranio Malaga“ 16 Seemeilen (ca.30km) voraus. Für das Stück haben wir dann rund 6 Stunden gebraucht. Wind war wieder kaum. Keine Strafe an so einem schönen Tag. Schon beim Einlaufen wurden wir im Realclub Malaga abgewiesen. „Wir nehmen keine Gäste“! Die Nase ganz oben! Also in den Stadthafen und per Funk angemeldet. Einmal um die Ecke in das große Hafengebiet. Dort stand schon der Streifenwagen der Guardia Civil und empfing uns. Die Beamtin sicherte im geschultem Abstand den Tatort und der Kollege sagte: „es sei hier nur für eine Nacht Platz“! Sämtliche Schiffspapiere und Ausweise wurden kontrolliert!

Malaga Stadthafen.

40,23 Euro haben wir bezahlt. Dafür gab es kein Wasser, Strom, Toiletten und Dusche! Die Quittung, die wir verlangten, kam uns vor wie ein Strafzettel. Ab jetzt dudelte laute Musik von den umliegenden Restaurants. Wir haben uns dann zu Fuss Richtung Altstadt gemacht. Die ist richtig schön!

Malaga Kathedral
Blick auf den Hafen von der Burg „Castilo de Gibralfaro“ gebaut ab 912-961

Ein wirklich gelungener Tag in Malaga! Auf die Stadt lassen wir nichts kommen. Aber wir müssen ja nach einem Tag aus dem Hafen und so ankern wir 2 Meilen weiter nordöstlich. Erstmals auf der gesamten Reise bekamen wir eine Mückenplage an Bord. Hatten wir schon vergessen, dass es diese stechenden Ungeheuer gibt. Überhaupt war das Wasser nicht klar. Bei 4 Meter Wassertiefe konnten wir den Grund nicht sehen. Nicht sonderlich einladend. Und dann die vielen Plastiktüten- und Flaschen die im Wasser schwimmen. Hier wimmelt es von Plastikmüll im Wasser👎 Ihr merkt schon was jetzt kommt!?⬇️

Malaga, Reste der alten Bleifabrik.

Umdrehen, hier werden wir nicht glücklich! Ins östliche Mittelmeer, Richtung Griechenland wollen wir nicht. Also zurück! Vorgestern Nacht um 1:00 Uhr fiel unser Anker dann wieder in der Ankerbucht vor Gibraltar. Schön, wenn man frei ist!😊 Nun sind wir schon weiter Richtung Portugal. Wie spannend diese Fahrt ist- und wie es weitergeht kommt demnächst hier im Blog. Macht es gut. Bis bald, Crew Elisa

Ohne Corona kommen sonst hier die Kreuzfahrer an!
Leuchtturm Malaga, unser Anleger an der Betonmauer.

🍾 heute vor einem Jahr,

am 13. Juni 2019 sind wir von unserem Heimathafen, Hooksiel gestartet. Ein Jahr: „segelreisemitelisa“. Wir erinnern uns noch an die Verabschiedungen mit euch und an die gut gemeinten Wünsche! Heute, nach 366 Tagen können wir sagen, dass diese bis hier in Erfüllung gegangen sind. Es war ein sehr schönes Segeljahr. Ging es doch immer der Sonne hinterher!

Eine Segelsaison ohne Ende!

Über 4000 Seemeilen (7408 km) haben wir zurückgelegt. Die Mischung zwischen aktiven Segeltagen und Erkundungen an Land empfanden wir als optimal. Kein Tag war langweilig! Nur Corona braucht niemand.😣 Aber darüber möchten wir heute mal nicht schreiben.

In der Biscaya.

Vier längere Teilstrecken waren in diesem Jahr zu planen und zu segeln. Ohne diese mehrtägigen Distanzen kommt man nicht nach Madeira, zu den Kanarischen Inseln und zurück. Der längste Törn hatte rund 610 Seemeilen. Für manchen Segler/in ist das keine große Distanz, für uns gerade genug. Viel mehr pro Reise muss nicht sein. Lieber öfter kleine Strecken als wochenlang unterwegs!

Besonderes Lob geht an unsere Dehler/ „Elisa“. Sie hat uns auf dieser Reise ein gutes zu Hause gegeben. Und sie ist trotz Beladung schnell unterwegs. Ein Cruiser Racer! Das macht Spass- Segelspass!

Wind gegen Strom😳

Das wir in Europa geblieben sind war von vorn herein klar. Nach unseren 3 Osteuropa Touren 2016-2018 in der Ostsee, nun West und Südeuropa! So lange es hier noch so viel zu entdecken gibt, muss man eigentlich nicht weiter weg. Immer wieder sind wir überrascht wie schön Europa ist. Die Kanarischen Inseln sind schon eine Reise wert (besonders im Winter) aber Galizien, die Algarve und jetzt Andalusien überraschen uns nochmals positiv. Was für attraktive Segelreviere. Blaues Wasser, Wind und Sonne, Strand und Palmen, Land und Leute. Ankerbuchten und Häfen- alles da! Bei angenehmen Temperaturen, tagsüber zwischen 20-26 Grad. Nachts können wir gut schlafen. Bis jetzt nie zu heiss!

Küste und Strand von Andalusien.

Schön sind auch die vielen Segelfreundschaften, die man macht. So viele nette Menschen, die wir unterwegs kennengelernt haben. Wir fühlten uns selten alleine. Die meisten Segler/innen freuen sich, genau wie wir, über einen Klön, gesellige Stunden sowie über einen Erfahrungsaustausch. Man darf nicht vergessen, dass wir hier die ganze Zeit Ausländer sind! Daran mußten wir uns erst gewöhnen.

…Verabschiedung in Gran Tarajal- ob wir uns nochmals wiedersehen? Gemeinsam haben wir hier die Quarantänezeit überstanden!

An unserem Jahrestag sind wir im Hafen Puerto-America-Cadiz. Die Stadt ist unglaublich interessant. Eine alte spanische Hafenstadt, mit mehr als 100 Wachtürmen. Im 16. Jahrhundert ging hier die Post ab😜.

In den nächsten Tagen wollen wir weiter ins Mittelmeer. Unsere Reise geht dann durch die Meerenge von Gibraltar, zwischen Afrika und Europa, weiter an der spanischen Ostküste entlang. Hoffentlich verlieren die Einschränkungen durch Corona weiter an Bedeutung! Im Moment haben wir die Küste fast für uns alleine😊

Cadiz- so prachtvoll- so historisch- so leer!

Heute feiern wir erst einmal „ein Segeljahr mit Elisa“. Wir wünschen euch ein schönes Wochenende und freuen uns immer über eure Kommentare. LG Crew Elisa

Prost🥂

Grosser Kurswechsel!

…neuer Kurs Richtung Gibraltar!

Unsere Überfahrt von den Kanaren ist geschafft! In 105,5 Stunden konnten wir die Strecke von Arrecife/Lanzarote nach Lagos/Algarve weitestgehend segeln. (rote Linie) Nur einen Tag lang mußte unser Motor ran. Das Wetterfenster war perfekt ausgesucht, der Wettergott war gut gestimmt. Bei zeitweilig 3 Meter Atlantikdünung und moderatem Wind, geht man wie ein Korken auf und ab. So hatte Bernadette gerade leckeres Essen zubereitet und konnte es selbst danach nicht essen.☹️ Mir hat es geschmeckt😋

Wasser, Wind, Sonne, Wolken.⛵️

Draußen sind wir auf uns gestellt. Wir sind ganz alleine mit dem Boot auf dem Atlantik. Kein Land und kein Hafen in Sicht. Keine anderen Segelboote, ab und zu mal ein Frachter oder Tanker am Horizont. Mögliche Probleme müssen wir selbst lösen und erledigen. Ein tiefes Selbstgefühl, gemischt mit Abenteuerlust und Respekt. Kaum Schlaf immer neue Bedingungen die Wind und Welle fordern. Nur gut, dass wir auch diesmal keinen Sturm hatten. Erst in der 4. Nacht kam viel Wind und jagte uns mit Vollspeed Richtung Nord/Nordost. Schön, wenn man dann eine Auswahl verschiedener Segel hat, um diese den Windbedingungen anzupassen.

„Dirty„ unsere Taube mit schwarzen Füssen!

Besondere Aufmerksamkeit bekam unsere zugeflogene Taube. Ein richtiger Kampfhund! Wir nannten sie „Dirty“, weil sie ölige Füsse, Schnabel und Gefieder hatte. Vermutlich hat sie sich das schmierige Öl als blinder Passagier auf einem Tanker eingefangen. Zwei Tage war sie Crewmitglied bei uns. Sie saß sehr müde Tag und Nacht artig hinter unseren Steuerrädern und hat unser Boot vollgeschi… und das Öl von den beringten Füssen verteilt. Durch unsere Vollverpflegung konnte sie dann neu durchstarten. Wo immer sie auch hin wollte? Unglaublich!

Außer „Dirty“ hatten wir auf dieser Tour wieder viele Delphin-Gruppen, die uns immer eine Zeit lang begleiteten, ein paar fliegende Fische- und Wale am Horizont. Man erkennt sie an den gewaltigen Fontänen, die sie ausstoßen. Nachts war starkes Meeresleuchten und Vollmond.

Rührei zum Frühstück 5 Uhr am Morgen😋

Lagos war unser Ziel dieser Etappe. Von da dann weiter Richtung Lissabon und letztlich im Herbst in die deutsche Bucht nach Hooksiel, unserem Heimathafen. Nun kamen Zweifel! Soll es das dann gewesen sein? War das dann unser großer Törn von dem wir 30 Jahre geträumt haben? Kurz vor dem großen Tor „Gibraltar“ abzudrehen und nach Hause? Hier kommen wir doch nie wieder mit unserem Boot hin! Außerdem ist es sehr schön hier! Entschluss gefaßt, Steuer herum gerissen und auf nach Ost! Gibraltar-Mittelmeer! Wie bleiben noch!

Einfahrt Culatra/Faro mit 4 Knoten Gezeitenstrom.

Der Entschluss wurde noch bestärkt, weil wir hier in Portugal nicht an Land dürfen und nicht einmal tanken können ohne eine Genehmigung der Police schriftlich zu beantragen. Alles verrückt, sind wir doch nun schon fast 9 Tage ausschließlich auf unserem Boot in Quarantäne. Seit Gran Tarajal hatten wir keinen Fuss an Land! So hoffen wir auf eine Entspannung der Lage und das uns die Spanier wieder aufnehmen. Ohne eine baldige Öffnung der Grenzen hätten wir allerdings ein Problem!!!

Unser Hydrogenerator liefert den Bordstrom!

Hier noch vielen Dank an alle, die uns bei Ankunft in Lagos sofort angerufen- oder geschrieben haben. Auch wir denken an unsere Familie und an unsere Freunde. Wenn uns manchmal wirklich etwas fehlt, dann seid ihr das. Nun geht die Reise weiter! Grüsse von der Crew Elisa

Abschied von den kanarischen Inseln! Wir hatten eine schöne Zeit hier👍

Die Leinen los,

wir segeln fort…. Elisa ist heute, am 31.5.20 um 10 Uhr Ortszeit aus der Ankerbucht von Arrecife/Lanzarote gestartet. In den letzten zwei Tagen sind wir von unserem Quarantäneort, Gran Tarajal bis hier gegen den Wind, gen Nord gekreuzt. Nun wollen wir den Sprung nach Portugal machen. Passender Wind ist angesagt. So hoffen wir eine gute Wind- und Wetterlücke zu bekommen. Es ist immer sehr schwer den richtigen Startzeitpunkt für solch einen Törn zu treffen. Wetterberichte lesen ist dann wie ein Krimi für mich!🤨 Vier bis fünf Tage werden wir nun unterwegs sein. Vielleicht auch länger? Drückt uns die Daumen.✊

Skyline von Arrecife aus unserer Ankerbucht!

Wer möchte, kann unseren Törn unter http://www.marinetraffic.com verfolgen. (Elisa MMSI 211291380)

Wenn wir wieder in Landnähe sind, werden wir berichten. Hoffentlich nehmen uns die Portugiesen in ihren Häfen auf. Das kann noch ein Problem für uns werden. Jetzt aber konzentrieren wir uns erst einmal auf gute Seemannschaft, wenig Schlaf und eine sichere Überfahrt.

Spiegelbild unserer Flagge🇩🇪 glasklares Wasser!

Mast und Schotbruch und immer genug Wasser unter unserem Kiel! Gruss Crew Elisa.