Einmal Malaga bitte🍨

Am 15. Juni 2020 sind wir in die Strait of Gibraltar von West nach Ost eingelaufen. Die beeindruckende Kulisse zwischen Afrika und Europa begleitet uns auf dieser Reise. Beide Kontinente haben hier hohe Berge. Es ist passender Nordwestwind und wir gleiten, bei sonnigem Wetter, mühelos durch die Meerenge. Ein schöner Segeltag, den wir in Erinnerung behalten werden.

Links Marokko und rechts Spanien. (mißglückte Panorama Aufnahme)

Unser heutiges Ziel ist der Hafen Alcaidesa in „La Linea“. Nur einen Steinwurf entfernt vom bekannten „Affenfelsen“, der unter britischer Herrschaft Gibraltar markiert. Unser zugeteilter Hafenplatz bietet uns den direkten Blick auf den 424 Meter hohen Berg, der Nachts beleuchtet ist. Eine gelungene Kulisse.

Felsen von Gibraltar. Dieser Teil ist Britisch und hat einen Grenzübergang!

Von Lagos/ Portugal, bis hier, war das einer der schönsten Küstenabschnitte unserer Reise.👍 180 Seemeilen nach unserem Geschmack.⛵️

Gibraltar „Affenfelsen“ 424 Meter hoch, von Seeseite Nachts beim Einlaufen fotografiert.
Schiffe vor Anker mit langen Bohrgerät. Ein bisschen wie Weihnachten🤨

Weiter geht unsere Reise ins Mittelmeer! Dicker Nebel war die erste Überraschung bei der Einfahrt ins Mediterrane. Viel Wind und Nebel, so warnt auch die Fachliteratur! Das hatten wir bis jetzt selten. Normal ist eher wenig Wind bei Nebel! Es braucht starke Nerven segelnd durch die viel befahrene Seestrasse zu steuern, wenn man nichts sieht. Überall tiefe, sehr tiefe Schallsignale der Grossschifffahrt. Gut, dass wir AIS haben! (🤨damit kann man Nachts oder bei Nebel Schiffe auf dem eigenen Bildschirm erkennen, orten und ggf. ausweichen.) Etwa drei Stunden hat es gedauert bis der Nebel durchbrochen war und wir das Land sehen konnten. Falsch– bis wir die ewig lange Kette von Hochhäusern sahen, die nahtlos an der spanische Küste gebaut sind.

1000km Partymeile🍺🥂⛱☀️

Auf Google-Earth kann man erkennen wie es bis zur französischen Küste so weitergeht. Hier geht die Post ab! Trotz Corona und noch geschlossenen Hotels, überall laute Musik von Land und auf ankernden Booten. Wasser-Scooter mit ihrer ätzenden Geräuschkulisse, Angler, Paddler, Schwimmer und Badebetrieb am Strand wie im Freibad. Die erste Nacht verbrachten wir so vor Anker. Die Zweite auch! Nur weil sich an diesen Nachmittagen keiner von diesen irren Scooterfahrern versteuert hat, haben wir überlebt. Wir glauben die Dinger ersetzen den Sex🤨 Am dritten Tag lag dann der Hafen vom „Real Club Mediterranio Malaga“ 16 Seemeilen (ca.30km) voraus. Für das Stück haben wir dann rund 6 Stunden gebraucht. Wind war wieder kaum. Keine Strafe an so einem schönen Tag. Schon beim Einlaufen wurden wir im Realclub Malaga abgewiesen. „Wir nehmen keine Gäste“! Die Nase ganz oben! Also in den Stadthafen und per Funk angemeldet. Einmal um die Ecke in das große Hafengebiet. Dort stand schon der Streifenwagen der Guardia Civil und empfing uns. Die Beamtin sicherte im geschultem Abstand den Tatort und der Kollege sagte: „es sei hier nur für eine Nacht Platz“! Sämtliche Schiffspapiere und Ausweise wurden kontrolliert!

Malaga Stadthafen.

40,23 Euro haben wir bezahlt. Dafür gab es kein Wasser, Strom, Toiletten und Dusche! Die Quittung, die wir verlangten, kam uns vor wie ein Strafzettel. Ab jetzt dudelte laute Musik von den umliegenden Restaurants. Wir haben uns dann zu Fuss Richtung Altstadt gemacht. Die ist richtig schön!

Malaga Kathedral
Blick auf den Hafen von der Burg „Castilo de Gibralfaro“ gebaut ab 912-961

Ein wirklich gelungener Tag in Malaga! Auf die Stadt lassen wir nichts kommen. Aber wir müssen ja nach einem Tag aus dem Hafen und so ankern wir 2 Meilen weiter nordöstlich. Erstmals auf der gesamten Reise bekamen wir eine Mückenplage an Bord. Hatten wir schon vergessen, dass es diese stechenden Ungeheuer gibt. Überhaupt war das Wasser nicht klar. Bei 4 Meter Wassertiefe konnten wir den Grund nicht sehen. Nicht sonderlich einladend. Und dann die vielen Plastiktüten- und Flaschen die im Wasser schwimmen. Hier wimmelt es von Plastikmüll im Wasser👎 Ihr merkt schon was jetzt kommt!?⬇️

Malaga, Reste der alten Bleifabrik.

Umdrehen, hier werden wir nicht glücklich! Ins östliche Mittelmeer, Richtung Griechenland wollen wir nicht. Also zurück! Vorgestern Nacht um 1:00 Uhr fiel unser Anker dann wieder in der Ankerbucht vor Gibraltar. Schön, wenn man frei ist!😊 Nun sind wir schon weiter Richtung Portugal. Wie spannend diese Fahrt ist- und wie es weitergeht kommt demnächst hier im Blog. Macht es gut. Bis bald, Crew Elisa

Ohne Corona kommen sonst hier die Kreuzfahrer an!
Leuchtturm Malaga, unser Anleger an der Betonmauer.

🍾 heute vor einem Jahr,

am 13. Juni 2019 sind wir von unserem Heimathafen, Hooksiel gestartet. Ein Jahr: „segelreisemitelisa“. Wir erinnern uns noch an die Verabschiedungen mit euch und an die gut gemeinten Wünsche! Heute, nach 366 Tagen können wir sagen, dass diese bis hier in Erfüllung gegangen sind. Es war ein sehr schönes Segeljahr. Ging es doch immer der Sonne hinterher!

Eine Segelsaison ohne Ende!

Über 4000 Seemeilen (7408 km) haben wir zurückgelegt. Die Mischung zwischen aktiven Segeltagen und Erkundungen an Land empfanden wir als optimal. Kein Tag war langweilig! Nur Corona braucht niemand.😣 Aber darüber möchten wir heute mal nicht schreiben.

In der Biscaya.

Vier längere Teilstrecken waren in diesem Jahr zu planen und zu segeln. Ohne diese mehrtägigen Distanzen kommt man nicht nach Madeira, zu den Kanarischen Inseln und zurück. Der längste Törn hatte rund 610 Seemeilen. Für manchen Segler/in ist das keine große Distanz, für uns gerade genug. Viel mehr pro Reise muss nicht sein. Lieber öfter kleine Strecken als wochenlang unterwegs!

Besonderes Lob geht an unsere Dehler/ „Elisa“. Sie hat uns auf dieser Reise ein gutes zu Hause gegeben. Und sie ist trotz Beladung schnell unterwegs. Ein Cruiser Racer! Das macht Spass- Segelspass!

Wind gegen Strom😳

Das wir in Europa geblieben sind war von vorn herein klar. Nach unseren 3 Osteuropa Touren 2016-2018 in der Ostsee, nun West und Südeuropa! So lange es hier noch so viel zu entdecken gibt, muss man eigentlich nicht weiter weg. Immer wieder sind wir überrascht wie schön Europa ist. Die Kanarischen Inseln sind schon eine Reise wert (besonders im Winter) aber Galizien, die Algarve und jetzt Andalusien überraschen uns nochmals positiv. Was für attraktive Segelreviere. Blaues Wasser, Wind und Sonne, Strand und Palmen, Land und Leute. Ankerbuchten und Häfen- alles da! Bei angenehmen Temperaturen, tagsüber zwischen 20-26 Grad. Nachts können wir gut schlafen. Bis jetzt nie zu heiss!

Küste und Strand von Andalusien.

Schön sind auch die vielen Segelfreundschaften, die man macht. So viele nette Menschen, die wir unterwegs kennengelernt haben. Wir fühlten uns selten alleine. Die meisten Segler/innen freuen sich, genau wie wir, über einen Klön, gesellige Stunden sowie über einen Erfahrungsaustausch. Man darf nicht vergessen, dass wir hier die ganze Zeit Ausländer sind! Daran kann man sich nur schwer gewöhnen.

…Verabschiedung in Gran Tarajal- ob wir uns nochmals wiedersehen? Gemeinsam haben wir hier die Quarantänezeit überstanden!

An unserem Jahrestag sind wir im Hafen Puerto-America-Cadiz. Die Stadt ist unglaublich interessant. Eine alte spanische Hafenstadt, mit mehr als 100 Wachtürmen. Im 16. Jahrhundert ging hier die Post ab😜.

In den nächsten Tagen wollen wir weiter ins Mittelmeer. Unsere Reise geht dann durch die Meerenge von Gibraltar, zwischen Afrika und Europa, weiter an der spanischen Ostküste entlang. Hoffentlich verlieren die Einschränkungen durch Corona weiter an Bedeutung! Im Moment haben wir die Küste fast für uns alleine😊

Cadiz- so prachtvoll- so historisch- so leer!

Heute feiern wir erst einmal „ein Segeljahr mit Elisa“. Wir wünschen euch ein schönes Wochenende und freuen uns immer über eure Kommentare. LG Crew Elisa

Prost🥂

Grosser Kurswechsel!

…neuer Kurs Richtung Gibraltar!

Unsere Überfahrt von den Kanaren ist geschafft! In 105,5 Stunden konnten wir die Strecke von Arrecife/Lanzarote nach Lagos/Algarve weitestgehend segeln. (rote Linie) Nur einen Tag lang mußte unser Motor ran. Das Wetterfenster war perfekt ausgesucht, der Wettergott war gut gestimmt. Bei zeitweilig 3 Meter Atlantikdünung und moderatem Wind, geht man wie ein Korken auf und ab. So hatte Bernadette gerade leckeres Essen zubereitet und konnte es selbst danach nicht essen.☹️ Mir hat es geschmeckt😋

Wasser, Wind, Sonne, Wolken.⛵️

Draußen sind wir auf uns gestellt. Wir sind ganz alleine mit dem Boot auf dem Atlantik. Kein Land und kein Hafen in Sicht. Keine anderen Segelboote, ab und zu mal ein Frachter oder Tanker am Horizont. Mögliche Probleme müssen wir selbst lösen und erledigen. Ein tiefes Selbstgefühl, gemischt mit Abenteuerlust und Respekt. Kaum Schlaf immer neue Bedingungen die Wind und Welle fordern. Nur gut, dass wir auch diesmal keinen Sturm hatten. Erst in der 4. Nacht kam viel Wind und jagte uns mit Vollspeed Richtung Nord/Nordost. Schön, wenn man dann eine Auswahl verschiedener Segel hat, um diese den Windbedingungen anzupassen.

„Dirty„ unsere Taube mit schwarzen Füssen!

Besondere Aufmerksamkeit bekam unsere zugeflogene Taube. Ein richtiger Kampfhund! Wir nannten sie „Dirty“, weil sie ölige Füsse, Schnabel und Gefieder hatte. Vermutlich hat sie sich das schmierige Öl als blinder Passagier auf einem Tanker eingefangen. Zwei Tage war sie Crewmitglied bei uns. Sie saß sehr müde Tag und Nacht artig hinter unseren Steuerrädern und hat unser Boot vollgeschi… und das Öl von den beringten Füssen verteilt. Durch unsere Vollverpflegung konnte sie dann neu durchstarten. Wo immer sie auch hin wollte? Unglaublich!

Außer „Dirty“ hatten wir auf dieser Tour wieder viele Delphin-Gruppen, die uns immer eine Zeit lang begleiteten, ein paar fliegende Fische- und Wale am Horizont. Man erkennt sie an den gewaltigen Fontänen, die sie ausstoßen. Nachts war starkes Meeresleuchten und Vollmond.

Rührei zum Frühstück 5 Uhr am Morgen😋

Lagos war unser Ziel dieser Etappe. Von da dann weiter Richtung Lissabon und letztlich im Herbst in die deutsche Bucht nach Hooksiel, unserem Heimathafen. Nun kamen Zweifel! Soll es das dann gewesen sein? War das dann unser großer Törn von dem wir 30 Jahre geträumt haben? Kurz vor dem großen Tor „Gibraltar“ abzudrehen und nach Hause? Hier kommen wir doch nie wieder mit unserem Boot hin! Außerdem ist es sehr schön hier! Entschluss gefaßt, Steuer herum gerissen und auf nach Ost! Gibraltar-Mittelmeer! Wie bleiben noch!

Einfahrt Culatra/Faro mit 4 Knoten Gezeitenstrom.

Der Entschluss wurde noch bestärkt, weil wir hier in Portugal nicht an Land dürfen und nicht einmal tanken können ohne eine Genehmigung der Police schriftlich zu beantragen. Alles verrückt, sind wir doch nun schon fast 9 Tage ausschließlich auf unserem Boot in Quarantäne. Seit Gran Tarajal hatten wir keinen Fuss an Land! So hoffen wir auf eine Entspannung der Lage und das uns die Spanier wieder aufnehmen. Ohne eine baldige Öffnung der Grenzen hätten wir allerdings ein Problem!!!

Unser Hydrogenerator liefert den Bordstrom!

Hier noch vielen Dank an alle, die uns bei Ankunft in Lagos sofort angerufen- oder geschrieben haben. Auch wir denken an unsere Familie und an unsere Freunde. Wenn uns manchmal wirklich etwas fehlt, dann seid ihr das. Nun geht die Reise weiter! Grüsse von der Crew Elisa

Abschied von den kanarischen Inseln! Wir hatten eine schöne Zeit hier👍

Die Leinen los,

wir segeln fort…. Elisa ist heute, am 31.5.20 um 10 Uhr Ortszeit aus der Ankerbucht von Arrecife/Lanzarote gestartet. In den letzten zwei Tagen sind wir von unserem Quarantäneort, Gran Tarajal bis hier gegen den Wind, gen Nord gekreuzt. Nun wollen wir den Sprung nach Portugal machen. Passender Wind ist angesagt. So hoffen wir eine gute Wind- und Wetterlücke zu bekommen. Es ist immer sehr schwer den richtigen Startzeitpunkt für solch einen Törn zu treffen. Wetterberichte lesen ist dann wie ein Krimi für mich!🤨 Vier bis fünf Tage werden wir nun unterwegs sein. Vielleicht auch länger? Drückt uns die Daumen.✊

Skyline von Arrecife aus unserer Ankerbucht!

Wer möchte, kann unseren Törn unter http://www.marinetraffic.com verfolgen. (Elisa MMSI 211291380)

Wenn wir wieder in Landnähe sind, werden wir berichten. Hoffentlich nehmen uns die Portugiesen in ihren Häfen auf. Das kann noch ein Problem für uns werden. Jetzt aber konzentrieren wir uns erst einmal auf gute Seemannschaft, wenig Schlaf und eine sichere Überfahrt.

Spiegelbild unserer Flagge🇩🇪 glasklares Wasser!

Mast und Schotbruch und immer genug Wasser unter unserem Kiel! Gruss Crew Elisa.

Happy End😊

in Gran Tarajal.

Bubbles von „Miles“, dem Strassenkünstler!

Nach fast 11 Wochen Corona-Ausnahmezustand mit geringer Bewegungsfreiheit möchten wir jetzt von einem „Happy End“ sprechen. Mit zunehmender Lockerung der Spanischen Einschränkungen tauen auch unsere Stegnachbarn allmählich auf und winken freundlich rüber. Gemeint sind die Nachbarn, denen wir wochenlang kein Lächeln abgewinnen konnten! Alles scheint entspannter, erste Boote setzen sich in Bewegung. So haben wir auch vorgestern einen kleinen Lustschlag auf dem Atlantik gemacht.

…endlich wieder Fahrt im Schiff!😊

Andere Häfen dürfen wir noch nicht ansegeln. So sind wir wieder zurück auf unseren Hafenplatz. Dennoch steht unsere Abreise kurz bevor. Wann genau wir die Leinen lösen, schreiben wir demnächst hier im Blog. Ein langer Törn wird es sein und so wünschen wir uns, dass die angekündigte Wetterlage auch eintritt. Alles sehr spannend.

Müssen nur noch die Shirts vom WSV-Hooksiel, unserem Segelverein, gewaschen werden!💪

Vielen Dank an euch, für die netten Anrufe, Mails und Kommentare. Das hat uns hochgehalten👍 Macht es gut, bis bald, Crew Elisa!

Durchhalten!

Die Zeit wird lang und so sind wir nun schon fast zwei Monate hier auf Fuerteventura / Gran Tarajal verbannt!

„Elisa“ 2. Boot von links

Wenngleich Spanien die Ausgangssperren gelockert hat, ist unser Bewegungsspielraum immer noch gering. Von 6 – 10 und von 20 – 23 Uhr dürfen wir uns im Umkreis von einem Kilometer bewegen. Nun genießen wir die kleine Freiheit und gehen morgens und abends eine Stunde an unserem Strand spazieren. So gerne würden wir weiter segeln aber noch immer nimmt uns kein Hafen auf.

Der Blick Richtung Afrika😳

Leider sind in unserem jetzigen Hafen keine Segler mit ähnlichen Zielen wie wir. Pech gehabt! Unsere Stegnachbarn kommen aus Osteuropa und Frankreich. Die Meisten leben hier schon seit Monaten auf ihren Schiffen und wollen noch länger bleiben. Also keine aktive Segelgemeinschaft! Eher Aussteiger mit zusätzlichen Sprachbarrieren für uns. Lediglich Paul, der deutsche Weltumsegler, kommt gelegentlich zum Plausch- oder ich gehe mal rüber. Paul hat hier im Hafen fünf Segelboote! Diese sammelt er wie andere Briefmarken. Er kommt mit allen seinen Booten auf fast 60 Meter Gesamtlänge👍 So hat er schon seit Jahren alle Hände voll zu tun. Paul ist mit seiner 5-köpfigen Familie zweimal um die Welt gesegelt. Seine Tochter kam an Bord zur Welt. „Das ist lange her“, sagt er. Was er mit den Booten mal machen will ist noch unklar und vielleicht auch garnicht so wichtig. Hauptsache er habe etwas zu tun und ist auf dem Wasser. Beruflich war er Pilot bei der Bundeswehr. Interessanter Typ mit unendlich vielen Segelgeschichten. Gegen die viele Arbeit die sich Paul aufgeladen hat, ist meine Pflege und Wartung der 6 Winschen nicht der Rede wert.

Einmal 6 Winschen reinigen und fetten bitte. Eine echte Schmiererei!

Wir denken, dass wir die längste Zeit hier waren und warten auf den Tag wo es weiter geht. Grüße in alle Welt und euch einen guten Rutsch in eine fragile Zukunft. Wir werden das Schiff schon schaukeln😜 Crew Elisa

PS. Am letzten Sonntag kamen wieder Flüchtlinge in unseren Hafen. 41 Erwachsene und 1 Kind in einem Schlauchboot.
Bei Marine Traffic kann man gut sehen wie weit der Rettungskreuzer den Flüchtlingen entgegengefahren ist. Tage vorher ist ein Schlauchboot gekentert. Es gab mehrer Tote!

Alles bestens vertäut!

…spanische Zustände! (aufgenommen in Scheveningen-Holland)

Der Künstler spricht uns aus dem Herzen. Starker Löwe gefesselt unter kanarischer Sonne. Da lacht das Virus🦠 Dennoch wollen wir nicht klagen. Wir sind gesund, der Kühlschrank ist voll und die Hoffnung auf eine Fortsetzung unserer Reise ist nicht verloren gegangen. Immer wieder werden wir gefragt ob wir denn immer an Bord sein müssen? Die Antwort: Müssen wir nicht! So dürfen wir einzeln zum Supermarkt und zurück. Beide Märkte liegen etwa 10 Minuten von unserem Hafen entfernt. Manchmal müssen wir halt mehrmals am Tag einkaufen! Man kann ja mal was vergessen haben.😜 Mit Blick auf den offenen Atlantik geht der Weg ein Stück an der menschenleeren Strandpromenade entlang. Ist natürlich auf die Dauer langweilig aber besser als nichts. Auch haben wir einen guten Platz im Hafen mit großem Fingersteg für uns alleine. Wasser und Strom sind angeschlossen. Eine unserer warmen Duschen befindet sich im Cockpit. Wenn es dunkel ist „flitzen“ wir Abends gerade raus. Das Leben auf Elisa gefällt uns immer noch gut!

Meine Miele im Spülgang🤣
Der Trockner!

Als Kapitän muss ich des öfteren den Biervorrat prüfen und natürlich die Weiterreise planen. Würden die Portugiesen ihre Häfen öffnen, wären wir nicht mehr so abhängig von spanischen Entscheidungen. Wie schon berichtet hat der Törn nach Portugal rund 610 Seemeilen und würde 4-5 Seetage bedeuten. Vor 14 Tagen wären wir ja schon fast losgesegelt. Da war traumhafter Wind aus südwestlicher Richtung. (der hätte uns in 3 Tagen darüber gepustet😋!) So ein Windfenster ist sehr selten vor der afrikanischen Küste! Leider hätte uns kein Hafen der Welt aufgenommen und so haben wir abgebrochen. Nun suche ich täglich eine neue Lücke mit der Hoffnung auf baldige Lockerung der Lage. Wir sind bereit!

Wetterempfänger „Fastnet Radio“ FMD25

Wie schon in diesem Blog erwähnt, haben wir einen Kurzwellen Wetterempfänger an Bord. Ich hatte den FDM25 extra noch vor der Reise gekauft weil ich kein teures Satellitentelefon anschaffen wollte. Der Empfänger hat leider nie richtig funktioniert. Gutes Zureden und unsere Bratpfanne als Erdung im Wasser haben nichts genützt. Kein sauberer Empfang! Dabei sendet der deutsche Wetterdienst bis zu den Kanaren. Es ist das letzte Sendegebiet aus Deutschland, 3500 km entfernt. Eigentlich wollte ich schon aufgeben und das Ding als Ankergewicht verwenden👎 bis mir der alte Draht aus der Backskiste in die Hände fiel. Diesen habe ich kurzum oben an die „Aktiv-Antenne“ angeklemmt und dann mit dem Fall hochgezogen. Und? ⬇️

Aktivantenne AA – 15 mit Verlängerung👍

Geht!👍 Sauberer Empfang von Kurzwelle und NAVTEX. Selbst der Hersteller aus Österreich hatte diesen Tip nicht für uns. Wer es nachmacht, muss allerdings Versuche mit der Länge des Drahtes machen! Bei uns sind ca. 9 Meter gewöhnlicher Draht mit Zugentlastung optimal!

Ma, Ma, Ma, Maske im Supermarkt😷

Heute habe ich viel geschrieben. Es vertreibt mir die Zeit und langweilt euch hoffentlich nicht. Macht es gut und laßt uns gesund bleiben! Dicken Gruss in alle Welt- und diesmal besonders zum WSV-Hooksiel, unserem Heimathafen, wo jetzt die ersten Schiffe ins Wasser kommen.⛵️ Habt eine gute Saison, immer eine Maske griffbereit, hoffentlich bald freie Häfen und genug Wasser unter dem Kiel! Crew Elisa

…klar zum Ablegen!

Wasser und Diesel aufgefüllt, Lebensmittel gebunkert! Hafengebühr bezahlt. Die Guardia Civil war zwecks Abmeldung aus spanischen Gewässern bei uns an Bord. Nach 32 Tagen Gran Tarajal, Quarantäne sollten eigentlich heute, am 13.4.20 die Leinen Richtung Portugal gelöst werden! 5 Tage passender SW-Wind Richtung portugiesisches Festland sind laut Wetterbericht angesagt. Nun haben wir heute morgen unser Vorhaben kurzum abgebrochen!☹️ Wer in diesen Zeiten solch eine Reise plant, muss sich vorab informieren. So habe ich letzte Woche die Hafenbehörden in Portugal, die deutsche Botschaft, das auswärtige Amt und die zuständige Gesundheitsbehörde angeschrieben bzw. per Telefon angerufen. Schließlich haben wir ja schon lange Quarantäne in Spanien hinter uns! Das könnten wir ja sogar belegen. Kein Erbamen! Es kamen erstaunlicherweise überall schnelle Antworten mit der unmissverständlichen Tatsache, dass wir in ganz Portugal nicht in die Häfen dürfen!

Nach einem sehr freundlichen Telefonat mit dem TransOcean Stützpunktleiter „Matthias“ von der Südküste Portugal kam dann unsere finale Entscheidung. Er muss es ja wissen, er ist direkt dran und riet: „wenn ihr in Spanien einen guten Hafenplatz habt, bleibt dort und wartet noch- hier läuft zur Zeit nichts“! Nur ankern unter strenger Bewachung wäre möglich. Wasser und Treibstoffübernahme nur per Antrag an die Behörden. Lebensmittel nur über dritte Personen. Das gilt übrigens im Moment für alle weitern Länder und Häfen auf unserer Strecke. Letztendlich wären wir dann Vagabunden auf See- und das wollen wir nicht! Also Segelwind verstreichen lassen, Kaffee machen und weiter warten. Tut etwas weh, wir währen so gern gestartet.⛵️

…hier noch ein Bild von uns nach 5 Wochen Quarantäne. Na dann, frohe Ostern😜

Essen wir die restlichen Ostereier noch auf und schauen wir mal wie es weitergeht. Der Alarmzustand in Spanien ist übrigens bis zum 26. April verlängert worden, weitere 2 Wochen sind schon angekündigt.

„ALLES GUTE“ rufen wir laut in diese Welt, Crew Elisa.

…Anker auf? abwarten!

PS. Olaf, unser Segelfreund aus Hooksiel schrieb mal in seinem Kommentar: „In Freiheit gefangen“! Stimmt- aber wir sind nicht alleine. Fortsetzung folgt!

Lebenszeichen!

…hallo nach Hause, 14 Tage Quarantäne sind nun geschafft. Uns geht es soweit gut. Eigentlich sollte es gestern, Sonntag, den 29. März für uns ja weitergehen- aber Pedro Sánchez, der spanische Ministerpräsident, hat weitere 14 Tage Nachschlag verordnet und die Regeln nochmals verschärft. Neu einlaufende Yachten werden weiterhin strikt abgewiesen. Das ist jedesmal ein Drama! Keiner darf ohne ernsten Grund auf die Strasse. Keine Zusammenkünfte auf unseren Stegen. Selbst für die 6 Kinder auf Steg 2. Nur einzeln zum Supermarkt ist erlaubt. Überall Straßenkontrollen. Dem müssen wir uns nun vorerst bis Ostern fügen. Diese strengen Maßnahmen werden hier übrigens heftig diskutiert und auch wir halten sie für überzogen. Warten wir also auf Resultate!

Aber wir sind nicht die einzigen den es so geht! Kein Mensch hätte mit so einem Ereignis gerechnet. So schauen wir über Internet besorgt in die Welt und können nicht fassen was da gerade passiert. So viel Leid, so viele Probleme, so viele Entbehrungen, so teuer. Unglaublich!!!

Strandpromenade von Gran Tarajal
…kein Gang zum Supermarkt ohne Kontrolle!

Aber damit nicht genug: In unserem Hafen sind am 26. März 34 Flüchtlinge angekommen. Sie sind von der Subsahara-Afrika mit einen kleinen Schlauchboot, vielleicht für acht Personen zugelassen, gestartet und vor der Küste Fuerteventuras, per Radar gesichtet worden. Sie hatten nur einen schwachen Außenbordmotor. Der Rettungskreuzer ist ihnen dann entgegengekommen. An diesem Tag waren es insgesamt 74 Flüchtlinge auf Fuerteventura, verteilt auf 2 Häfen. Die spanischen Behörden sind darauf vorbereitet und haben die Menschen sofort professionell versorgt. Wie man sagt, werden sie alle wieder zurück gebracht🤨

…das geht schon unter die Haut! Im Vordergrund das Schlauchboot.

Gibt es auch was gutes zu berichten? Ja, zum Glück ist das Wetter hier wieder besser geworden und somit läßt es sich bei 22 Grad und blauem Himmel auf unserer Elisa gut aushalten. Auch der Kühlschrank ist voll und während Bernadette leckeres kocht und viel ließt versuche ich mich mit meiner Gitarre zu beschäftigen. Diese hatte ich auf La Gomera eher zufällig gekauft.

Starallüren 😜

Was wir übrigens noch gut finden stand heute in den Fuerteventura Nachrichten: Die Guardia Civil versorgt die Ankerlieger vor unserer Insel mit Lebensmitteln und Getränken👍 Der Logbuch Eintrag lautet dann: „Haben heute bei der Polizei Brot, Butter- und zwei Kisten Bier bestellt“!😜

Zum Schluss möchten wir uns bei euch für die netten Kommentare, Mails und Telefonate bedanken. Wo ihr doch selbst eure Probleme und Sorgen mit dem Virus habt. Wie die Reise für uns alle weitergeht steht noch offen. Wir wünschen unserer Familie, unseren Freunden und unseren Lesern/innen von hier alles Gute, keine persönliche Bekanntschaft mit dem Virus- und gutes Gelingen für die Zeit danach. Das kommt von ganzem Herzen, euer Außenposten Crew Elisa

Fortsetzung folgt!