Fazit einer langen Reise!

Nun sind wir schon wieder einige Monate von unserem Törn zurück. „Elisa“ steht an Land im Winterlager. Nur sehr langsam können wir uns an das Leben ohne Boot wieder gewöhnen. Noch täglich blicken wir zurück auf die schöne Zeit im blauen Wasser. Erst im Rückblick stellen wir fest, wie klein-klein ein Leben an Land ist. Hier müssen wir wieder Probleme lösen, die wir auf dem Wasser erst garnicht hatten.🤨 Man muss es erlebt haben und selbst herausfinden wie einfach unser Leben sein kann.

Winterlager in Hooksiel.

Unter den folgenden Stichpunkten habe ich nochmals einige Fakten aufgeschrieben. Für „Nichtsegler/innen“ wird wahrscheinlich nicht alles interessant sein!

Reiseroute: „Elisa“ von Hooksiel- Kanaren- Gibraltar- Hooksiel.

Die gesamte Reise hat 467 Tage gedauert. Die, mit dem Boot zurückgelegte Strecke war 6305 Seemeilen = 11.677km lang. Wir haben fünf europäische Länder besucht. Insgesamt waren wir 18 Nächte- und 131 Tage auf See.

Crew ist das A & O! Wer sich auf große Fahrt begibt wird besser mit einem Sturm klarkommen als mit einer zerstrittenen Crew! Es muss die Hölle sein wenn man sich auf so engem Raum nicht versteht. Allgemein wird gesagt, dass Paare auf Langfahrt am Besten harmonieren und sich ergänzen. Dem würden wir zustimmen. Es hat mit uns sehr gut funktioniert. Eine wichtige Voraussetzung, die wir schon in unserem Berufsleben- und auf unzähligen Segelreisen zuvor geprobt haben.

Crew Elisa.

Boot und Segel habe ich schon oft in diesem Blog erwähnt. Dabei empfanden wir die Bootsgröße von 38 Fuss/ 11,65 x 3,65 Meter als passend. Mit unserem Tiefgang von 2,10 Metern kamen wir überall gut zurecht. Jedes größere Schiff müßte weitere Hilfsmittel haben und wäre dementsprechend auch teurer in den Häfen. „Elisa“ hat kein Bugstrahlruder. (Möglichkeit im Hafen auf der Stelle zu drehen.) Unsere Segelgarderobe hat außer Großsegel und Fock noch ein 16qm Staysail (Kutterfock). Diese nachzurüsten war eine gute Entscheidung! Mit diesem, eher kleinen Vorsegel, konnten wir viele Windbedingungen optimal anpassen. Beide Vorsegel sind rollbar! In der Meerenge von Gibraltar z.B. sind wir im Sturm nur mit der kleinen Fock Höchstgeschwindigkeit gefahren! Grundsätzlich war uns angenehmes Reisen mit dem Boot wichtiger als um jeden Preis schnell zu sein. Das ist für uns auch leicht gesagt, da eine Dehler38 eigentlich nie langsam segelt.😆

Chaotische Wellen vor Tarifa.

Den 110qm großen Gennacker haben wir nur auf der Hinfahrt mehrfach ausgepackt. Gegen die Winde zurück war er nicht zu gebrauchen. Ein „Qode 0“, das Traumsegel für Männer😜, hat eigentlich nicht gefehlt. Bei unserer „Dehler38“ ist der Innenraum gut durchdacht. Wenn wirklich etwas gefehlt hat war es eine funktionale Dusche im Boot. Es gibt zwar eine aber das Duschwasser spritzt überall hin, sodass man danach eine Stunde in kleinsten Ecken putzen und trocknen müßte. Das wollen wir nicht und somit sind wir immer bei uns im Cockpit unter die warme Außendusche gegangen. Bei kalten Wind oft eine Überwindung!

Interessant übrigens, dass neue Boote auf unserer Reise selten zu sehen waren. Wir waren mit unserem Boot in der Minderheit. 30 – 40 Jahre alte Schiffe sind viel unterwegs. Manchmal haben wir die Besitzer dieser Schiffe beneidet. Leben sie doch deutlich entspannter mit ihren älteren Pötten. Nicht zuletzt weil die Boote unter der ständigen Sonneneinstrahlung leiden. Unser Pluspunkt lag natürlich darin, dass wir nicht viel zu reparieren hatten.

Ankergeschirr so wichtig! Vorne am Bug fahren wir einen 20 kg „Rocna“ Anker mit zunächst 30 Meter Kette, 8mm. Der Anker ist eine Weiterentwicklung des legendären Bügelanker, der in Deutschland erfunden wurde. Der Beste, den ich je an unserm Boot hatte! Wenn man sich nicht auf seinen Anker verlassen kann, gibt es unruhige Tage und Nächte. Ein furchtbarer Gedanke, wenn der Anker auf dem Meeresgrund slippt und sich das Boot selbstständig machen würde. Das hatten wir zum Glück nicht. Nur unsere Ankerkette von 30 Meter war zu kurz! Daher habe ich während der Reise noch 10 Meter angeschäkelt. Aber auch 40 Meter sind zu wenig. Eine neue Kette mit nun 50 Meter ist bereits bestellt! Am Heck habe ich einen Zweitanker. Dieser ist ein klassischer Bügelanker mit 14 kg an einer Ankerleine mit Kettervorläufer. Diesen Zweitanker haben wir allerdings kein einziges Mal gebraucht.

Rocna Anker vorne in der Bugrolle, im Hafen von Den Helder.

Autopilot ist, wie der Name schon sagt, ein elektronisches Bauteil an Bord, welches das Boot automatisch steuert. Unser Autopilot der Firma „Java-Steering“ hat seine Aufgabe außergewöhnlich gut gemacht und teilweise tagelang das Boot auf Kurs gehalten. Selbst bei großer Welle und natürlich Nachts konnten wir uns auf diese Technik verlassen. Kein Autopilot, den wir zuvor auf unseren Booten hatten war so präzise wie dieser. Unser drittes Crewmitglied! Dennoch nach dieser Reise mußte er in die Werkstatt. Wasser im Inneren hat die Kupplung beschädigt! Irgend etwas ist ja wohl immer.

…ausgebauter Autopilot Antrieb von Java-Steering.

Hydrogenerator und Solaranlage waren für den Bordstrom auf langen Etappen zuständig. Dann nämlich, wenn kein Landstrom zur Verfügung stand und die Batterien geladen werden müssen. Die Solaranlage von „Sunware“ hat ca. 80 Wp, war an der Heckreling befestigt und funktionierte über den Regler von „Votronic“ einwandfrei. 4-6 Ah pro Stunde wurden bei südlicher Sonne tagsüber in unsere Batterien eingespeist. Das reicht aber nicht, da in der Nacht keine Sonne scheint und der Autopilot, Kühlschrank und die Navigationsanlage mit den 6 Bildschirmen und Server viel Strom benötigen. Somit haben wir zusätzlich einen Hydrogenerator von „Watt&Sea“ an Bord. Dieses sündhaft teure Teil hängt am Heck von „Elisa“ und produziert nur Strom wenn das Boot segelt. Bei Fahrt durch’s Wasser wird ein Propeller angetrieben und erzeugt Strom. Das bremst ein wenig! Was uns bei Watt&Sea ärgert ist die Bedienung, die Regelung sowie Einschränkungen während der Fahrt. Da erwartet man mehr. Es war unsere Mimose an Bord mit der wir über die Maßen beschäftigt wurden. Vom Einbau bis zum Handling ein Sorgenkind! Dennoch wurde die Lücke an fehlendem Bordstrom damit geschlossen. Ich werde selbst nachbessern um den Generator zielgenauer einsetzen zu können. (Bilder werden bald folgen!)

hochgeklappter „Watt&Sea“ Stromgenerator nicht gut durchdacht!
Watt&Sea im Betrieb. Die Halterung am Heck funktioniert nicht zufriedenstellend und sieht zudem blöd aus. Eine neue Halterung ist bereits in meiner Werkstatt im Bau!

Kosten dieser Reise sind variabel und je nach Lebensstiel unterschiedlich. Bei Gesprächen mit anderen Seglern gab es weitestgehende Übereinstimmung mit etwa 60,-€ pro Tag für ein gutes Leben an Bord. In dieser Summe sind Hafengebühren, Lebensmittel, Getränke, auswärts Essen, Eintritte für Museen, Treibstoff und Öle, Mietwagen ab und an, kleine Schiffs Ersatzteile, gelegentlich mal was neues zum Anziehen. Also alles, was die unmittelbare Reise betrifft. Keine Boots- und Krankenversicherung, Wertverluste, Kosten zu Hause usw. Dies gilt für unsere Reise in Europa auf der Atlantikseite. Wer den Atlantik überquert- oder im Mittelmeer unterwegs ist, wird es wahrscheinlich deutlich teuerer haben. Wer viel ankert, kann sparen. Die Hafengebühren verbrauchen im Schnitt gut ein viertel des oben genannten Tagessatzes. Ab 30,-€ pro Tag empfanden wir den Hafen als teuer. Wenn keine großen Reparaturen am Schiff nötig sind, ist so eine Reise nicht superteuer. Wir haben zudem gemerkt, dass Kaufwünsche nach großem Schnickschnack bei uns eher nicht aufgekommen sind. Nun sieht das sicher jeder anders.🤨

Häfen sind über die gesamte Strecke in Abständen von 30 bis 100 Seemeilen zu finden. Wegen der zum Teil weiten Abstände der Häfen sind auch in Landnähe längere Tagestouren kaum zu umgehen. Richtung Süd hat fast jeder Hafen Schwimmstege mit Auslegern. Bei einigen gibt es keinerlei Protektionsschutz. Blankes Eisen oder Aluminium umlaufend, manchmal noch mit herausstehende Schrauben. (z.B. auch Norderney!) Ein Wunder, dass wir hier keine Schrammen mitgebracht haben! (Zwei Boote haben sich vor unseren Augen dicke Beulen und meterlange Kratzer seitlich, in den Rumpf gezogen.) Ab Belgien wurden wir fast immer vom jeweiligen Hafenmeister persönlich empfangen der meistens auch die Leinen am Steg angenommen hat. Oft kamen uns die „Marineros“ schon mit dem Schlauchboot entgegen und wiesen einen Platz zu. Ein Service, den wir hier in Deutschland nicht kennen.

Die sanitären Anlagen konnten uns nur selten begeistern. Das aber war kaum abhängig vom Reiseland! Strom und Wasser gab es an jedem Steg.

Wetter so schön. Die meiste Zeit hatten wir sommerliches Wetter. Blauer Himmel, über 20 Grad. Selten zu warm und über 35 Grad. Außer im Mittelmeer, wehte meist ein frischer Wind. Nachts konnten wir gut schlafen. Unglaublich schön, wenn man immer draußen sein kann. Warmer Wind, blauer Himmel war fast täglich. Das hat uns sehr gut gefallen. Es stellte sich nicht die Frage: „Können wir heute draußen frühstücken“? Wir konnten!

Bei „Calima“ auf den Kanaren legt sich feiner Wüstenstaub über das gesamte Land und über unser Schiff!

Wind auf dem Atlantik ist nicht stetig! Gerade hier sollte man gleichmäßigen Wind vermuten. Wir hatten in kurzen Abständen immer wieder neue Bedingungen. Kaum ein Törn, der von Hafen zu Hafen gleichbleibende Windverhältnisse hatte. Das nervt! Besonders gravierend war es zwischen den Inseln. Hier segelten wir zwischen Flaute und Sturm im schnellen Wechsel. Gut, dass wir zwei rollbare Vorsegel haben. An der Küste war oftmals Nebel. Das ist immer sehr bedrohlich. Mit technischen Hilfsmitteln wie AIS und Kartenplotter fühlten wir uns dennoch meist gut gerüstet. Ein Radargerät sollte man dennoch haben. Wir werden es wohl nachrüsten.

…Nebel zieht am „Cabo Finisterre“ auf.

Links für das Wetter: http://www.windy.com, http://www.windguru.cz, http://www.nautide.com, für die Hafenplätze: http://www.navily.com, http://www.noonsite.com, http://www.puertocanarios.es Seekarten: http://www.navionics.com

Internet , welches gut funktioniert, gibt es kaum in den Häfen. So herrschte immer ein gewisser Notstand an Gigabyte. Wir hatten von der Telekom 11 GB gebucht und waren meist am Limit. Wetterdaten, Updates, ein paar Briefe per WhatsApp oder Mail, dieser Blog, den ich geschrieben habe und gelegentlich Nachrichten aus aller Welt, da kommt was zusammen. Beim nächsten Törn buchen wir mehr GB von einem anderen Anbieter für weniger Geld!

Ausländer sein ist gewöhnungsbedürftig! Wie schön es ist freundlich empfangen zu werden merkt man erst, wenn man selbst lange im Ausland lebt. Ähnlich wie wir es hier in Deutschland oft sehen, haben uns auch die Gastgeber merken lassen, dass wir eben auch nur Gäste sind. Man fügt sich dann. Das ist manchmal nicht leicht.

Unsere Nationalflagge am Heck haben wir im Verhältnis zum Boot klein gehalten. Kaum jemand hatte übergroße Flaggen! Oft sieht man National- und Gastlandflaggen sogar in gleicher Größe.

Unser Bootsname „Elisa“ war perfekt gewählt. Wie wichtig eine kurzer und gut aussprechbarer Namen ist merkt man erst im Ausland. Ob im Hafenbüro, bei der Police oder über Funk, Elisa wurde immer schnell verstanden, behalten und weckte Sympathie. Alle sind froh, wenn die Verständigung einfach ist! Auch war für uns neu, dass wir in „jedem“ ausländischen Hafen unsere kompletten Bootspapiere, Ausweise und Versicherungsunterlagen vorlegen mußten. Diese wurden dann kopiert und alles nochmals per Hand auf einen Vordruck geschrieben. Viel Papier! Mich hat das jedes Mal sehr genervt!

Architektur in Porto Morgan auf Gran Canaria!

Ausrüstung an Bord ist Gewicht an Bord! So überlegen wir genau was Sinn macht. Rettungsinsel 4 Personen. 2 Spinnackerbäume liegen an Deck. Einer davon ist sehr schwer und bei hohem Seegang kaum zu setzen. Da benötigen wir einen leichteren! Unser Beiboot ist ein AX1 und sehr klein, zu klein und ohne Motor. Fender, kann man nicht genug haben! Festmacher aus Polyamid. Dieses Material dehnt sich wie ein Gummi! Dadurch ruckt das Boot nicht so hart ein. Mit Polyamid entfallen die unhandlichen Ruckdämpfer. (Also keine Polyesterleinen kaufen! Zur Erinnerung sei hier nochmals geschrieben, dass sich auf dieser Reise 3 Steganlagen vor unseren Augen zerlegt haben. Mit großem Krachen fliegen dann die Verbünde auseinander und die Stegteile machen sich selbstständig! Das liegt am großem Schwell in den Häfen des Atlantik und an falschen Festmachern der Bootsfahrer. Zudem vertäuen die Kapitäne ihr Boote viel zu locker! Die Boote nehmen dann am Steg Fahrt auf und rucken ungebremst in die Klampen.)

Unsere „Großbaumbremse“ empfanden wir als wichtigstes Sicherheitszubehör an Bord. (…ähnlich wie der Sicherheitsgurt im Auto!) Wir setzen die Baumbremse fast immer direkt nach dem Ablegen! Sie verhindert, das der Grossbaum unkontrolliert von einer- auf die andere Schiffsseite schlägt. Zudem fixiert die Bremse den Großbaum bei Seegang und hält ihn ruhig.

Baumbremse von „Wichard“. Eine Konstruktion mit Mängeln! Wir werden sie gegen eine bessere in diesem Jahr austauschen!

Weiteres Zubehör: Bei widrigem Wetter- und Arbeiten auf dem Deck haben wir uns mit Sicherheitsleinen mit dem Boot verbunden. Zwei AIS Mannüberbord Sender sind griffbereit direkt im Niedergang oder am Mann/Frau. Eine Rettungsboje weltweit ist dort ebenfalls. Seenotsignale, Verbandskasten und Medikamente müssen mit.

2 elektro Bordfahrräder haben wir mitgenommen. Diese je 20kg schweren Räder sind an Bord so schwer zu bewegen, dass wir sie ungern ausgepackt haben. Letztlich waren sie von Vorteil in bergigem Terrain. Wir werden sie aber wahrscheinlich nicht nochmal mitnehmen.

Unsere 20kg schweren Elektrofahrräder.

Bücher und Seekarten müssen wohl immer noch dabei sein. Die dicken Wälzer bringen ordentlich Gewicht auf die Waage! Der „Reeds-Allmanach“, ein Jahrbuch für die Atlantische Westküste, war oft hilfreich. Leider ist er nur in englischer Sprache gedruckt. Seekarten haben wir uns von Knut, unserem Segelfreund geliehen. Es sind „Imray“ Karten. Wir haben sie eigentlich nicht gebraucht. Die elektrischen Karten von „Navionics“ gefallen uns gut und sind digital auf unseren Bildschirmen einzusehen- und zu Sicherheit auch noch auf dem I-pad. Bleiben noch die vielen Revierführer, die tonnenschwer😜 unser Boot verlangsamt haben. Diese würden wir beim nächsten Mal wohl zu Hause lassen. Eigentlich steht ja auch alles im Internet. Nur gut, dass Bernadette ein e-book mit hatte. Das ist schön leicht und hat ihr auch gut gefallen. Was wäre das ein Berg Bücher geworden den sie gelesen hat! Ich hatte als Zeitvertreib ein Minischlagzeug- und eine Gitarre mit.🥁

Meine Jahrzehnte andauernde Leidenschaft zum Schlagzeugspiel, hier während der Quarantänezeit!

Tierbegegnungen auf See sind die Regel. Kaum ein Törn ohne Begleitungen von Seevögeln, Delphinen, fliegenden Fischen und Schildkröten. Das ist immer wieder ein Erlebnis! Mehrfach sahen wir Orcas und Wale am Horizont. Mitten in der Biscaya, weit ab von der Küste, waren zwei Finnwale ganz nah an unserem Boot! Das war einer der stärksten Momente auf See!

Highlight ist eigentlich die ganze Segelreise. Besonders schön fanden wir Galizien/Spanien, die Algarve/Portugal, Porto Santo/Madeira, El Hiero/Kanaren, Andalusien/Gibraltar und Saint Malo/Frankreich.

Tauchen ist fast ein Muss! Mindestens Schnorchel, Maske und Flossen gehören an Bord. Zum Glück habe ich eine Tauchausbildung und das hat uns mehrfach aus der Klemme geholfen. Als Sporttaucher konnte ich natürlich auch die Unterwasserwelt erkunden. Besonders auf der Insel El Hierro war das ein tolles Erlebnis. So ist meine komplette Taucherausrüstung samt Flasche an Bord. Diese ist auch wichtig um das Unterwasserschiff zu kontrollieren und zu reinigen.

Bereit für die Unterwasserwelt EL Hierro.

Bekanntschaften mit anderen Menschen war ein positives Erlebnis der Reise. Fast überall konnten wir mit anderen Menschen nette Kontakte herstellen. Alle sind gut gelaunt und jeder sucht ein nettes Gespräch. Letztlich wurde aus dem Stand heraus, am Strand, auf dem Steg oder im Cockpit viel erzählt, gefeiert und gelacht. Der Segelsport verbindet! Ein ganz positiver Aspekt mit neuen Freundschaften, die zum Teil bis heute aktiv sind.

Essen und Trinken in unseren Nachbarländern stand zum Anfang unserer Reise mit Neugierde auf unserer Wunschliste. Das hat sich jedoch sehr ernüchtert. Vielleicht lag es an uns, dass wir bei diesem Punkt nicht ins schwärmen kommen. Fast jeder Versuch auswärts essen zu gehen war enttäuschend. Letztendlich hat Bernadette viel gekocht, was immer sehr lecker war. An Bord hatten wir Ruhe und viel Zeit zum essen.

Lachs mit Salat aus unserer Kombüse.
Pollo mit Reis in Citronenbutter aus unserer Kombüse.
Im einem Vorort von Porto/Portugal, war das Essen ausnahmsweise sehr lecker!

Kleidung, wie so oft, viel zu viel in den Schränken. Rückblickend hatten wir Pullover und Jacken, Shirts und Hemden, Hosen und Strümpfe an Bord, die wir nie gebraucht haben. Bei so schönem Wetter braucht man nicht viel. Gern zieht man immer wieder das Gleiche an, welches dann gewaschen wird. Dafür hatten wir ein Waschkübel für Handwäsche an Bord oder die Waschmaschinen, die in vielen Häfen genutzt werden können. Auch verliert schicke Kleidung irgendwie an Bedeutung.

Große Wäsche! Vereins T-Shirt⛵️

Flüchtlinge in kleinen Schlauchbooten haben wir erstmalig in unserem Leben erlebt. Bis zu unserer Abreise auf Fuerteventura gab es rund 2500 Menschen in 5 Monaten, die auf den Kanaren den Weg über den Atlantik nach Europa gewagt haben. Die Spanier haben die Menschen professionell empfangen. Ein großes Lob an alle spanischen Helfer! Wut an die Schlepper, die die Menschen für viel Geld auf dem Atlantik aussetzen. Besorgnis für uns nach permanenten Funksprüchen über Flüchtlingsboote die auf See gesucht werden. Wie wir gehört haben, werden die Menschen fast alle wieder zurück in ihre Heimatländer gebracht.

Drohne an Bord war enttäuschend! In kaum einem Land war es erlaubt Fotos mit unserer Drohne zu machen. Trotz Führerscheinbesitz und Versicherung (weltweit) ist es nur mit großen Auflagen möglich das Fluggerät in Europa zu starten. Alles andere wäre strafbar gewesen. So habe ich nur wenige Aufnahmen aus der Luft machen können.

Gran Tarajal Fuerteventura/Spanien mit der Drohne aufgenommen. Hier waren wir 11 Wochen in Quarantäne verbannt!

Corona, darf leider hier nicht fehlen. Das Virus ist weltweit eine Katastrophe! Ohne diese Beeinträchtigungen, die sich um diese Pandemie ergeben, hätten wir wahrscheinlich unseren Segeltörn 1.0 noch nicht beendet. Schon der Kurswechsel Richtung Gibraltar stand auf wackeligem Kiel. Im Nachhinein war es ein glücklicher Zufall, dass es uns im Mittelmeer nicht gefiel und wir erneut entschieden Richtung Heimat zu segeln. Aus jetziger Sicht sind wir froh wieder mit Elisa in Deutschland zu sein. So warten wir ab wann wir erneut die Leinen lösen. Fast 3 Monate Quarantäne in Gran Trajal/Fuereteventura sind noch sehr präsent in unseren Köpfen.

Ohne Maske ging nichts in Spanien!

Umwelt hat uns oft traurig gestimmt. Viel Plastik im Wasser, besonders im Mittelmeer. Immer wieder sieht man Plastikflaschen auf See und am Strand. Die Großschifffahrt qualmt ihre Abgase tiefschwarz in die Luft. Überhaupt sind Abgase permanent zu riechen. Manche Fischer lassen ihr Motoren die ganze Nacht laufen. Das ist zudem laut. Öl und Diesel so oft im Hafenbecken. Das Problem mit Hausmüll scheint aber überall geregelt.

Dieselöl in fast jedem Hafen!

Keinen Winter zu haben, hat besonders mir gefallen. Wie schön, wenn man diese Zeit überspringen kann und es immer angenehm warm ist. Besonders schön ist natürlich, dass die Segelsaison nicht winterbedingt endet. Das macht Lust auf neue Abenteuer!

Steilküste der Normandie Frankreich.

Zum Schluss, sei geschrieben, dass es weitere Reisen geben wird. Die Zeit mit „Elisa“ war wahnsinnig schön. Die Mischung aus Segeln, Abenteuer, Enddeckungen und Begegnungen mit anderen Menschen ist auf dieser Reise genial gewesen. So soll es eine Segelreisemitelisa 2.0 geben. Wir freuen uns schon darauf und werden wieder berichten.

Jetzt freuen wir uns erst einmal auf die Zeit mit unserer Familie. Besonders auf unsere Kinder und Enkel. Bleiben wir bitte alle gesund!

Liebe Grüße von Bernadette und Hans-Richard, Crew „Elisa“

Zurück in Hooksiel!

Nach 467 Tagen „Segelreise mit Elisa“ haben wir heute, am 22. September 2020 unseren Heimathafen Hooksiel erreicht. Ein superschöner Blauwasser Törn. Schiff und Besatzung sind wohlauf. Somit eine kleine Erfolgsstory.

…Zieleinfahrt Hooksiel! (danke Rolf für die Fotos)

6305 Seemeilen, gleich 11.677 Kilometer haben wir insgesamt zurückgelegt. Das geht nur mit einer guten Crew- und damit meine ich meine liebe Frau, die wirklich einen tollen Job gemacht hat. Was habe ich da ein Glück!

Titanic auf Norderney😜

Unsere Dehler 38 hat mehrfach zeigen müssen was sie kann. Wenngleich wir nie in einen „großen“ Sturm geraten sind, mußte unser Boot Seetüchtigkeit beweisen. Die guten Segeleigenschaften haben uns so manches mal aus der Klemme geholfen. Auch fühlten wir uns immer sicher, selbst wenn es ordentlich zur Sache ging. Mehrfach habe ich darüber schon berichtet.

Crew Elisa! Die Heimat hat uns wieder😆

Arbeit war es auch! So eine Reise bekommt man nicht geschenkt. Alles zusammen ist es eine große Aufgabe die zu leisten ist. Wegen vorherrschenden Nordwinden und Gegenströmungen war die Rückreise nach Hause viel schwerer als die Hinreise Richtung Süd. Auch ist es viel schöner den Sommer im Rücken zu haben als den Herbst im Gesicht.💨☔️😬

Zum Abschluss eine schöne Woche auf Norderney bei bestem Wetter.

Ein großer Dank geht aber an euch! So viele liebe Kommentare und Anteilnahme. So viel Interesse an unserem Törn! Das hätten wir nicht gedacht, das hat uns oft hochgehalten. Besonders in der elfwöchigen Quarantänezeit auf Fuerteventura/Spanien! Das blöde Corona-Virus braucht keiner von uns. Hoffentlich kommen wir da alle gut von ab! Wenn die Zeit paßt, verfasse ich demnächst noch einen Abschlussbericht. Jetzt brauchen wir erst einmal ein neues Auto, und, und, und! Tschüss sagt die Crew Elisa bis zur nächsten Reise⛵️ Bleibt uns treu🙋‍♀️🙋‍♂️

Englischer Kanal, Bernadette und Hans-Richard

♥️Vlieland

ist eine schöne, westfriesische Insel in den Niederlanden. Die Menschen sind freundlich und es ist friedlich dort.

…fietsen🚲 geht hier endlos!

Leider hatten wir von unserem dreitägigen Aufenthalt auf Vlieland nur einen Tag schönes Wetter, aber das kennen wir ja schon! Unser Jahresdurchschnitt an Regen und Wind wird seit Wochen korrigiert, sodass die vielen Sonnenmonate in diesem Jahr nun ausgeglichen werden.🤨💨☔️

Strandspatziergänge mit den Möwen.

Nun sind wir schon auf der Insel Borkum angekommen. Dafür mußten wir im Morgengrauen die Insel Vlieland verlassen und raus auf See. Nochmal 75 Seemeilen am Stück Richtung Ost-Nordost. Zum ersten deutsche Hafen seit 15 Monaten! Fragt mich Bernadette was ich den als erstes mache wenn wir auf Borkum angekommen sind? Ich sage: „Ein frisch gezapftes Jever/Bier bestellen“. Und was machst du als zweites? Ich antworte: „Das Boot festbinden“.🍺⛵️😜

Drei Hosen, vier Pullover, Jacke und müde!

Weiterer Starkwind hat uns heute festgehalten. Die Insel Norderney, wo wir gern hingesegelt wären, hat im „Schluchter“ Gatt (seewärtige Einfahrt zwischen den Inseln) eine Flachstelle, die wir passieren müssen. Bei vorhergesagter Welle um 2 Meter ist es heute zu riskant über dieses Seegebiet zu gehen. Wir könnten Grundberührung haben und das wollen wir auf keinen Fall! Also bleiben wir noch einen Tag auf Borkum.

Endlich mal wieder Sonne☀️😜

Nun lassen wir es bis Hooksiel locker auslaufen. Mal sehen, wann wir dort ankommen. Bis bald, Crew Elisa

Nördliche Abendstimmung.
Hotel auf Vlieland, so einladend!

„In See stechen“,

bekommt für uns eine neue Bedeutung. Man könnte auch sagen: In der See herum stochern.😜 Seitdem wir im englischen Kanal sind, kommt ein Tief nach dem anderen über uns hinweg. Kein Törn mehr ohne kabbelige Welle, starkem Wind und Regenschauer. So haben wir uns gestern bis Den Helder durch „gestochert“. ⛵️

Schlechtwetter wie gemalt! Dieser Segler kam uns auf der Fahrt nach Den Helder entgegen.

Die belgische Küste haben wir schnell an Steuerbord liegen lassen. Nun sind wir schon mehr als eine Woche in den Niederlanden. Ein paar Tage ging unser Törn über die „staande Mastroute“ von Vlissingen nach Roompot durch das Binnenland. So kamen wir auch an der ältesten Stadt von Zeeland, in Middelburg vorbei. Die Holländer haben ihr Land unglaublich gepflegt. Das gefällt uns.👍

Parken mitten in der sehenswerten Stadt Middelburg. Ein modernes Boot erscheint hier sogar etwas fremd.🤨
Liebfrauenkirche Middelburg. Vorsichtshalber sind hier schon Regenschirme aufgespannt☔️
Schleuse und Brücke. Bei Hochwasser würden wir oben mit dem Mast anstoßen, bei Niedrigwasser würden wir mit unserem Kiel den Grund berühren!🤨

Durch die vielen Schleusen und Brücken geht es hier nur langsam voran. 10 Seemeilen in 5 Stunden scheint normal.🤨 Das ist auf Dauer nichts für uns und so sind wir in Roompot wieder durch die Schleuse raus auf die offene See und gleich 72 Seemeilen bis Ijmuiden, der seewärtigen Einfahrt nach Amsterdam, gesegelt. (grüne Linie)

Stadthafen von Vlissingen. Kein Bild mit blauem Himmel!☹️

Nun ist es nicht mehr so weit bis nach Hooksiel. Ein längeres Teilstück von Den Helder bis Borkum haben wir jedoch noch vor uns. Auch das werden wir schaffen. Danke für euer Interesse und alles Gute, wo immer ihr gerade seid. Crew Elisa

Unser Törn ab Dunkerque⛵️ Rot, ist das kurze Stück „stehende Mastroute“. Diese ginge, wenn man wollte, in Binnen durch ganz Holland.

PS. Hier in den Niederlanden trägt keine/r eine Maske! In den Geschäften und Lokalen tummeln sich die Leute dicht an dicht und ungeschützt! So als gäbe es kein Corona. In Spanien wären wir gleich verhaftet worden. Verrückte Welt!🤨

Zufriedenheit

kommt im Moment von innen! 30 Tage in Frankreich, bei sehr durchwachsenem Wetter mit viel Wind und Regen, sind nicht vergleichbar mit unserem schönen Leben im Süden. Trotzdem gibt es keine Abbruchstimmung bei uns an Bord. Das sehen wir positiv!

Orkan im Hafen von Dunkerque in der Nacht vom 25./26.8.20! An guten Schlaf war nicht zu denken.😬

Die Bretagne und die Normandie sind keine einfachen Segelreviere. Nur wenig deutsche (Urlaubs-) Segler verirren sich hierher. Und wenn, dann nur zur schnellen Durchreise. Das ist verständlich bei all den naturbedingten Schikanen die es hier gibt!🤨 Trotzdem werden wir besondere Eindrücke mitnehmen, die unser Segelleben bereichern.

Strand von Fécamp mit Steilküste.

Eine wahnsinns Küste mit besonderem Charme. Ich habe schon mehrfach über diese Gegend im Blog berichtet.

Dieppe, ein französischer Urlaubsort.

Heute haben wir eine weitere Seegrenze passiert und fahren nun die belgische Gastlandflagge unter der Steuerbordsaling. Dafür mußten wir um 5 Uhr aufstehen um die Strömung von hinten ausnutzen zu können. Diese ist abhängig von den Gezeiten. (Ebbe und Flut) Es war noch dunkel und lausig kalt am Morgen. Letztendlich waren es 41 Seemeilen in den „flämischen Bänken“ vor Belgien. Auch heute haben wir uns wieder über die guten Segeleigenschaften von Elisa gefreut. Sie segelt sehr ausgewogen, schnell und läßt sich erstklassig steuern. So befinden wir uns nun in Zeebrügge am östlichen Ausgang des englischen Kanal in Richtung Holland.

Schwerindustrie im Morgengrauen vor Dunkerque. Der Abschied fällt diesmal nicht schwer.

Wer hier lebt muss eine robuste Lunge haben. „Elisa“ hatte eine feine Schicht Russ auf dem Deck. Der Sturm verteilte den Dreck aus den Schornsteinen auch auf uns.

Auf Augenhöhe mit den Wellenbergen!

Zwei weitere Tiefs sind angekündigt! Mal sehen wann wir weiter kommen. Beste Grüße und bleibt gesund, Crew Elisa

Backstag segeln in der Normandie.⛵️

Gott in Frankreich

muss viel Geld dabei gehabt haben. Hier ist es vergleichsweise teuer. Waren wir doch von Spanien und Portugal diesbezüglich verwöhnt.

Le Havre in der Normandie.

„Brest“ und „Le Havre“ sind nicht unsere Favoriten. Zwei größere Städte, die im 2. Weltkrieg vollständig zerstört wurden. Verständlich, dass es hier keine alten Stadtkerne gibt. Auch sind die gewaltigen Bunkeranlagen von damals überall zu sehen. Eine schlimme Geschichte die uns nachdenklich stimmt.🤨 An anderer Stelle entdecken wir hier aber immer wieder einzigartige Landschaften und Städtchen.

Z.B. „Barflour“, östlich von Cherbourg, so urtümlich, so rau,
…so liebevoll!

Den Törn aus der Bucht von Saint-Malo haben wir in einem Rutsch gemacht. Das waren 85 Seemeilen für die wir schon um 5 Uhr morgens los segeln mußten. Wie schon geschrieben, sind die Kanalinseln (Jersey, Guernsey, Alderney) wegen Corona nur mit Quarantänezeit zugänglich. Nun sind wir schon in Le Havre, die Flussmündung der Seine. Wer gerne mit Motor segelt😜, kann noch ein ganzes Stück Richtung Paris flussaufwärts. Wir wollen das nicht und gehen weiter nordöstlich in den englischen Kanal. 8,5 Meter Tidenhub bleiben uns noch eine Weile erhalten. Ebbe und Flut sind auch hier besonders stark.

Der Hafen fällt bei Niedrigwasser fast trocken!
„Elisa“ vor Anker in Barfleur. Hier waren wir 2 Nächte und hatten mehrere Gewitter. Eine Nacht davon saß ich in kompletten Segelklamotten unter Deck und hielt Ankerwache.☹️

Die Heimat kommt näher und das merken wir auch am Wetter. Abends wird es schon manchmal kalt an Bord. Trotzdem gefällt uns unsere Reise auch nach 15 Monaten immer noch gut. Die Mischung aus Segeln, Verweilen und Entdecken ist einfach genial. So wollen wir diesen Törn bis zum Herbst langsam auslaufen lassen und zurück in unseren Heimathafen WSV-Hooksiel. Natürlich werden wir weiter berichten. Macht es gut, bis bald, Crew Elisa.

Stolperfallen, so gefährlich!
Morgenrot- Schlechtwetter droht! „Le Havre“

„Saint-Malo“

die berüchtigte Stadt der Seefahrer und Korsaren!

Saint-Malo von Seeseite fotografiert.
Saint-Malo“ einzigartig und ein wenig verwunschen!

Das Segeln in der Bretagne ist schon ein Erlebnis. Besonders in der Bucht um Saint-Malo mit dem größten Tidenhub von Europa. Der Meeresspiegel steigt innerhalb von nur 6 Stunden um 10- manchmal 12 Meter an- um dann in weiteren 6 Stunden diese gigantische Wassermasse wieder dem Atlantik zurück zu geben! Wer hier mit dem Segelboot unterwegs ist muss genau überlegen was er macht. So segeln wir über Gebiete, wo noch vor ein paar Stunden die Kinder über die Steine kletterten.

Trocken gefallen! Wie Spielzeugschiffe.

Dazu kommt, die zum Teil, starke Strömung, denn dieses Wasser ist immer in Bewegung! Alles nichts Neues für uns, aber dreimal so gigantisch wie in unserem Heimatrevier. Ein Auffrischungskurs für den Skipper.🤨

Die Seeschleuse von Saint-Malo. Opa‘s Märchenstunde😜

Nach passieren der großen Seeschleuse, haben wir dann gestern „Elisa“ mitten vor den alten Stadtmauern im Hafen von Sant-Malo geparkt. Das ist ein dicker Eintrag in unser Logbuch! Zuvor hatten wir einen schönen Segeltag mit rund 50 Seemeilen. Das ging gut ab! Und weil wir so schnell waren, mußten wir vor der Schleuse 2 Stunden warten bis genug Wasser aufgelaufen war, um einfahren zu können.🤨 Die Boote, die wir auf diesem Törn überholt haben, sind dann nach und nach eingetrudelt und mit uns zeitgleich durch die Schleuse. So hatten wir Spass beim Überholen und die, weil es für uns nichts gebracht hat.😬

Von hier aus wurde übrigens Kanada entdeckt!

Durch die gewaltigen Gezeitenströme ist hier eines der größten Gezeitenkraftwerke weltweit errichtet worden.

In der kommenden Woche wollen wir weiter Richtung Nord, raus aus der Bucht, zurück in den englischen Kanal. Leider sind wegen Corona die Kanalinseln für uns gesperrt. Somit wird unsere Reise an der Westküste der Bretagne Richtung Cherbourg weitergehen.

Anwesen in Paimpol / Bretagne.
Kirche in Audierne.

Nun hoffen wir, dass es keine zweite Coronawelle gibt und wir in den nächsten Wochen in alle belgischen und holländischen Häfen einlaufen dürfen. Wir werden berichten! Alles Gute in alle Himmelsrichtungen wünscht die Crew Elisa. (Und bitte immer mit 😷)

Biscaya,

eine große Bucht, die von Brest bis Bayonne zu Frankreich- und ab Bilbao zu Spanien gehört. Die Öffnung zum Atlantik ist ca. 340 Seemeilen breit. (630km) Ein Seestück welches jeder Segler/in mit Respekt angeht.

Atlantiköffnung Biskaya, gelbe Linie. Gut zu sehen ist der Anstieg des Meeresgrundes.

Durch den ansteigenden Meeresgrund vom Atlantik bilden sich hier hohe Wellen. Auf unserer Hinreise haben wir diese Bucht innen abgesegelt (hellblaue Linie), nun wollen wir direkt von Süd nach Nordost. Den passenden Wind hatten wir abgewartet und so sind wir am Samstag, 25.7. morgens los. Die Wetterberichte sagten südwestliche Winde bis 5 bft. voraus. Am Sonntag weniger, am Montag mehr.

Regen, Wolken und Niesel, Fremdwörter für uns seit Monaten.

Schon am Tag 1 regnet es am Nachmittag, dicker Nebel kommt zeitweise dazu. Alles ist klamm. Zum ersten Mal seit Monaten kramen wir die Segelanzüge aus den Schränken. Dicke Pullover unten drunter. Es ist kalt, besonders in der Nacht. „Elisa“ macht gute Fahrt und da kaum Schiffsverkehr ist, ist einer von uns meist unter Deck und der Andere verkrümelt sich, wenn möglich, unter der Sprayhood. Von dort hat man alles im Blick. So werden wir kaum nass. Das Steuern übernimmt der Autopilot. Trotz Welle macht dieser das hervorragend. Eigentlich unser dritter Mann! Strom kommt von unserem Hydrogenerator und von unserer Solarpaneele. Das reicht für all unsere Technik. Es geht voran! Wir wechseln die Segel immer wieder um das Boot optimal an das Wetter- und unsere Bedürfnisse anzupassen. Bei dem Geschaukel oft ein akrobatischer Akt.

Heute mit Sturmmütze!

Wir sind eine kleine Crew und ich bin immer etwas unruhig, besonders wenn Bernadette Nachtwache hat. Sie macht das gut. Sie kennt das schon. Man ist ziemlich einsam in der Einsamkeit! Heute sind keine Sterne zu sehen und das bisschen Mond geht früh unter. Wenn möglich übernehme ich die „Hundewache“ Nachts von 1 – 5 Uhr. Diesmal klappte das aber so nicht und Bernadette mußte übernehmen. In dieser Zeit ist man besonders müde. Als ich dann um ca. 5 Uhr ablöste, fiel sie wortlos in die Koje. Wir schlafen auf Nachfahrten im Salon und nicht, wie normal, in der Vorschiffskabine. In der Mitte vom Boot ist der ruhigste Platz und es schaukelt etwas weniger. Wir teilen uns dieses Bett. So steigt Bernadette an diesem Morgen in meinen angewärmten Schlafsack. Es schaukelt und rollt stark, Wind und Welle kommen von hinten. Bei Arbeiten an Deck, besonders Nachts, wird die Freiwache geweckt. Ein Kaffee und ein Stück Käse in der Hand ist das Frühstück.

Ist nicht wie im Hochglanz Prospekt der Bootshersteller! Kein Drink in der Hand! Kein rekeln an Deck! Kein Service! Wir sind freiwillig unterwegs und man/frau muss es schon mögen- aber ohne diese längeren Überfahrten kann man so eine gesamte Reise nicht machen. Und so lang ist diese Strecke ja nun auch nicht.🤨 Der folgende Film zeigt ein Stück Biskaya. Es gibt immer was zu entdecken. Unbedingt ansehen!

Biscaya „Elisa“ 2020

Nun sind wir in Frankreich und unsere Reise geht weiter. Segeln ist schön! Uns geht es gut. Das Gleiche wünschen wir euch auch. Crew Elisa

Segelnde Kinder vor Audierne/Frankreich.

Spanien adé!

Heute soll es weitergehen! Die Biscaya liegt vor uns. Es ist früh am Morgen und Bernadette bereitet ein einfaches Frühstück vor. Beide sind wir leicht angespannt und sehr traurig dieses schöne Segelrevier zu verlassen.

Muxia, auch als Pilgerort vom Jakobsweg bekannt.

Galizien macht uns den Abschied schwer. Die, hier in Muxia, immer kreischenden Möwen empfinden wir heute Morgen wie ein Abschiedskonzert. Nun geht es gleich los. 2-3 Tage wird die Reise dauern. Wenn wir auf der anderen Seite in Frankreich angekommen sind melden wir uns wieder. Bis dahin auch für euch eine gute Zeit. Gruss Crew Elisa

Grosse Skulptur direkt am Atlantik.

Geheimtip Galizien!

Unsere Reise Richtung Nord geht voran. Wir kreuzen uns langsam Richtung Pole-Position zum Absprung über die Biscaya. Bei schönem Wetter ist das mit Elisa im Moment sportlich zu segeln. In Porto/PT haben wir 3 Tage verbracht. Eine besondere Stadt, die nicht nur Cherry und Portwein als Highlite zu bieten hat. Von da ging es weiter über die Seegrenze nach Spanien. Gleich die erste „Ria“ (Bucht) bei Vigo ist so schön, dass wir unseren Anker 3 Tage im feinen Sandgrund stecken ließen. „Galizien“, unser Geheimtip! Hier ist mit dem Boot alles möglich. Große- und kleine Buchten zum Ankern, Strände, Städte, Lokale, worauf man gerade Lust hat. Und dann das super Wetter, welches sommerlich- aber nicht zu heiß ist.

Unsere Ankerbucht!
FKK Strand- so wie wir es mögen.
Glasklares Wasser, feiner Sand, Muscheln auf dem Meeresgrund klar zu erkennen.

Wir kennen dieses Revier schon von der Hinreise und wollen noch ein paar Tage bleiben. Dennoch drückt die Strecke über die Biscaya. Das ist nochmals ein Törn über mehrere Tage der vor uns liegt. Auch hier ist der vorherrschende Wind Nord/Nordost. Also normal von vorne! Ähnlich wie ich es schon von den Kanaren kenne, muss ich eine Lücke suchen wo der Wind dreht. Der Winddreher ist bereits bei Neptun und Rasmus angemeldet. Die sagen: „Er sei in Arbeit“.😜 Vorher habe ich einen Schluck hochprozentigen ins Meer gekippt und folgenden Spruch aufgesagt: „Rasmus, alter Schweinehund, blas’ die Segel voll und rund. Aber nicht zu dolle, sonst meckert meine Olle!🤣 (sorry Bernadette, meckerst ja kaum.)

Biskaya, geplante Überquerung, gelbe Linie.

Heute sind wir im Hafen von Sanxenxo in der Ria de Pontevedra. (oberhalb vom blauen Punkt) Hier können wir unsere Vorräte auffüllen und dann schnell wieder weg.

Einkauf! 3 volle Taschen und einen „Hackenporsche“, sind jedesmal ein Kraftakt!
…immer wieder Delphine die uns begleiten🐬

Gestern habe ich ausversehen meine Scheckkarte an der Bootstankstelle ins Wasser fallen lassen. Wieder einmal kommt meine Taucherausrüstung zum Einsatz. Ich konnte sie in 7 Meter Tiefe vom Grund fischen.😃 Die Marinieros vom Hafen staunten nicht schlecht als wir das Problem selbst lösten. Sie witterten schon fette Beute🤑

Porto! Blick von unserem Ankerplatz.

Drückt uns die Daumen, dass der Wind dreht und wir die Biscaya queren können. Alles Gute nach Hause und in alle Welt an unsere Freunde, Crew Elisa

PS. Über eure Kommentare freuen wir uns immer. Schreibt mal!

…habe ich nicht eine besondere Maske? Hat mir Wolfgang aus Portugal geschenkt. Wenn schon Maske, dann nur diese! Danke👍