Die schönste Jahreszeit mit „Elisa“.

Seit Sonntag sind wir wieder in unserem Heimathafen Hooksiel. Die vergangenen 7 Wochen an Bord waren sehr schön aber, zu kurz und mit gemischtem Wetter. Viele Tiefs, Regen, Wind, dunkle Wolken und selten sommerlich. Das haben wir so in unserem Breiten noch nicht erlebt.

Auf der Nordsee: Regen Ankündigung in Luv,
…dann über uns- und jetzt in Lee!

Auch während ich jetzt diesen Blog schreibe fegt Wind und Regen durch unseren Mast. Wer nun glaubt die Reise hätte uns keinen Spass gemacht, der irrt. Trotz des Wetters war es wieder schön unterwegs zu sein. Gern würden wir weitermachen wenn unser Vater nicht nächste Woche 101 Jahre alt werden würde. Da wollen wir zu Hause sein. Ein biblisches Alter!

Pumptrack für Segelboote⛵️😜!
Die Nordsee kann auch ruppich.

Dass es uns so gut gefallen hat liegt an der Entscheidung im dänischen „Limfjord“ zu verweilen. Eine gute Wahl bei diesem Wetter und zudem nicht übermäßig weit weg vom Heimathafen. So entstand kein Druck, lange Seestrecken abreißen zu müssen!

Leuchtturm, Hörnum auf Sylt wo wir 2 Tage im Hafen lagen.
Helgoland, „Lange Anna“ erreicht!
Helgoland Hafen ohne Sonne.

Am Wochenende kommen ein Teil unserer Kinder und Enkel. Dann muss Opa Schlauchboot fahren und Eis spendieren. Das macht auch Spass.🍦🍦

Der klassische Krabbenkutter!

Auf den nächsten Törn freuen wir uns jetzt schon. Bis dann, Crew Elisa👋

Ankerlieger vor Wangerooge nehmen uns den Wind weg.
Unser Hooksmeer- auch eine schöne Insel😜
Unsere selbstgemachte Gastlandflagge mußte bei dem Wind ganz schön leiden.

PS. Den Sack mit unseren Gastlandflaggen hatten wir zu Hause vergessen. Auf Helgoland gab es keine dänische Flagge. Also haben wir uns aus einem Stoffbeutel selbst eine gemacht. Diese muss auf der Steuerbordseite im Mast gehisst werden wenn man in ein fremdes Land segelt! Als weiße Farbe diente unser Dichtkleber aus der Kartusche. Alles zusammen hat bis zum letzten Tag gehalten. Länger hätten wir aber in Dänemark nicht bleiben dürfen.😁

Segeln im dänischen „Limfjord“.

Am Anfang wollten wir über den „Limfjord“ in die Ostsee und jetzt sind wir schon 4 Wochen hier. Aber alles der Reihe nach:

Windpark vor Dänemark um 2 Uhr Nachts und kaum dunkel.

Unsere Segelreise startete in diesem Jahr erst spät. So ging es um Mittsommer von Hooksiel über Helgoland, per Nachttörn nach Thyborøn. Eine Hafenstadt im Norden von Jütland/Dänemark. Das sind von Helgoland rund 160 Seemeilen gen Nord. Ich hatte eine gute Passage ausgesucht. Die vorerst einzige, wie sich dann herausstellte.

Der Hafen von Thyborøn.

Von Sommer war aber bis dahin nichts zu spüren. Und so änderte sich unser Plan, zügig in die Ostsee zu wechseln. Regen und Starkwind ließen uns verweilen. Da entstand die Idee hier im „Limfjord“ einmal länger zu bleiben als bei unseren früheren Reisen.

Sturm in der Nordsee.
Denkmal der vielen Schiffsunglücke in „Thyborøn“

Der „Limfjord“ ist etwa 1500 Quadratkilometer groß. So paßt der Bodensee hier fast dreimal herein. Mit seinen vielen Seitenarmen erschließen sich immer wieder neue Seen, die uns zum Staunen bringen. Was für ein tolles Segelrevier. Kaum Welle, stetiger Wind, viele Häfen, unbebaute Landschaft und oft alleine auf dem Wasser. Kein nennenswerter Tidenhub, kaum Strömung und Häfen, die nicht überfüllt sind. Zudem kann man bei durchschnittlicher Wassertiefe von 8 Metern fast überall ankern.

Abendstimmung vor Anker, Insel Livø.

Wer lange Urlaubspromenaden sucht, ist hier falsch. Vielleicht in „Aalborg“, der größten Stadt am Fjord. Ansonsten ist es hier sehr beschaulich. So gefällt es uns. Die paar Veranstaltungen und Feste die es hier gibt sind dänisch gelassen und familiär.

Endlose Weite auf Livø.
Die Fahrt zum Supermarkt bei starkem Wind von vorne.
Fussweg zum Horizont!
Ambosswolke wie aus dem Lehrbuch. Gewitter im Anmarsch!
Gewitter in „Havalpsund-Havn“

Wer den „Limfjord“ erkunden will sollte sich vom Wind leiten lassen. Die Entfernungen sind überschaubar und so kommt man auch mal wieder an Punkte, wo man schon war. Heute war das Wetter so schön, dass wir die Insel „Fur“ nicht direkt angesteuert- sondern gleich einmal umrundet haben. Bei gut 4 Bft. und 7 – 8 Knoten Fahrt im Boot ein reines Vergnügen.

Ohne Wellen schnelles Segeln hoch am Wind.

Wie es aussieht, werden wir hier noch eine Weile bleiben, nicht in die Ostsee gehen und auf dem gleichen Weg wieder über die Nordsee zurücksegeln. Das ist erstmalig für uns und gefällt uns in diesem Jahr sehr. Vielleicht noch einen Abstecher auf die nordfriesischen Inseln. Mal sehen.

Habt Alle einen schönen Sommer. Gruss Crew Elisa.👋

Ende unserer Segelreise 2.0 von 2022-2023!

Am Freitag, den 4. August 2023 sind wir um 17 Uhr durch die Seeschleuse von Hooksiel zurück in unseren Heimathafen. Dieser letzte 50 Seemeilen Törn, von Norderney kommend, forderte uns nochmals. Die Ausfahrt durch das „Dovetief“ vor Norderney ist genau zu berechnen weil es dort im Seegatt so flach wird. „Jetzt bloß auf den letzten Meilen keine Fehler machen!“ (Hier stranden jedes Jahr mehrere Yachten.) Warum ein „Tief“ so flach sein kann, lernt man beim Gezeitensegeln!🤨

„Dovetief“ so flach! Sandbänke mit Brandung im Hintergrund.

Rund 6000 Seemeilen (11.110km) liegen im Kielwasser dieser schönen Segelreise. Unsere Ankunft in Hooksiel war genauso still und leise wie unsere Abfahrt im Juni 2022. Sechs europäische Länder haben wir bereist, drei Insel-Archipele im Atlantik besucht. Dies war bereits unsere 2. Reise zu den kanarischen Inseln und wieder zurück. Die Rückreise ging diesmal über die „Azoren“. Lange Seestrecken haben wir auf dem großen Atlantik zu Zweit gemeistert. (In diesem Blog kann man alles nochmals nachlesen!)

Leuchtturm „Dover“- England.

Alle Seemeilen haben wir als Paar gesegelt, alle Entscheidungen über Boot und Besatzung selbst treffen müssen. Viel Zweisamkeit haben wir erlebt, gelebt und tagelang keinen Kontakt zur Welt gehabt. An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an Bernadette senden. Sie hat einen echt guten Job gemacht und so manche Entbehrung gemeinsam mit mir hingenommen.👍 Auch ging es beim Segeln manchmal ordentlich zur Sache. Da wird die Ehe“frau“ zum See“mann“!

Sonnenuntergang auf dem Atlantik!

15 Monate auf dem Boot haben uns nochmals verändert. Wie schon bei der ersten Reise sehen wir heute die Welt mit anderen Augen. Letztlich waren wir wieder monatelang Ausländer und müssen feststellen, dass in anderen Ländern auch anders gelebt und gedacht wird. Einiges hat uns gut gefallen, anderes nachdenklich gestimmt. So sind die Umweltstandards oft weit zurück.

Wenn wir mit unserem Boot unterwegs sind empfinden wir unser Leben als sehr ausgewogen. Die Aufteilung zwischen Aufgaben, die erledigt werden müssen und die Zeit für Neues ist genial. Täglich gibt es etwas zu entdecken, viele Fotos werden gemacht. Besonders die wechselnde Landschaft auf den Inseln faszinierte uns erneut. Schön war es!

„Porto-Santo“ Madeira.

Richtig genossen haben wir die winterlose Reise. Es ist ein entspanntes Leben, wenn es sommerlich warm bleibt. Zu heiß war es nie. Auf dem Atlantik wurde es Richtung England Tag für Tag etwas kühler.

Diese Reise war im Schnitt 30% teurer als die erst Reise vor 3 Jahren. Besonders die Hafengebühren haben zugelegt. Oft war es schwer einen Hafenplatz zu bekommen. Aber auch Essen, Trinken, Mietwagen, usw. sind deutlich teurer geworden. In Spanien gibt es immer öfter 2 Preislisten. Eine für Einheimische und eine für Touristen. Ratet mal wer mehr bezahlen muss?👎

„My Castle“

In den Häfen waren wir selten alleine. Auch diesmal hatten wir viele nette Bekanntschaften mit anderen Seglern und Segler Paaren. Danke für die schöne, gemeinsame Zeit, die ehrlichen Gespräche und die geselligen Unternehmungen. Weit ab von der Heimat rückt man gern zusammen. Schön, dass es noch viele liebe Menschen gibt!

Sturm im Hafen von „Praia do Vitoria“ Azoren.

Die Sorge um unsere „Elisa“ bestimmte jeden Tag. Erst wenn das Boot in Sicherheit war kamen wir zur Ruhe. Seegang und Strömung im Hafen oder vor Anker gibt es auf dem Atlantik immer wieder. Wenn das so war, blieben wir an Bord. Als besonderen Erfolg sehen wir, dass auch diese Reise ohne Schaden am Schiff beendet wurde. Auch gab es keine nennenswerten Defekte oder Ausfälle an Boot und Besatzung.

Waschtag für unser Unterwasserschiff!

Nach so langer Zeit im Salzwasser muss das Unterwasserschiff gereinigt werden. Gleich am 2. Tag im Heimathafen haben wir „Elisa“ aus dem Wasser genommen und den dicken „Pelz“ von Algen mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt. Nun ist unser Boot sauber und schwimmt bereits wieder in seinem Element.

Abreise „Santa Cruz“ Teneriffa.

Wie geht es jetzt weiter? In dieser Saison haben wir unsere Meilen gemacht. Zu Hause warten viele Aufgaben auf uns. Sicher werden wir noch ein paar kleine Törne auf der Nordsee machen. Dann kommt das Winterlager. Im nächsten Jahr geht es dann weiter.

Vielleicht bringen wir noch eine Bilderserie von dieser Reise oder schneiden ein Video. Alle die unseren Blog abonniert haben werden benachrichtigt, alle Anderen klicken uns einfach mal wieder an. Von neuen Segelreisen werden wir wieder berichten.

An diese Stelle vielen Dank an unsere Leser und Leserinnen. Besonders über eure Kommentare haben wir uns gefreut.

Habt alle eine gute Zeit zu Lande und zu Wasser. Lieben Gruss, Crew Elisa

Königshaus auf „Isle of Wight“.

Segeln im Solent!

Seit gut 2 Wochen sind wir in England und segeln vor der Südküste Richtung Ost. Immer wieder kommen wir an Buchten vorbei, die sich ins Land schneiden. Hier ist man geschützt und wir können meistens ankern. Die Städtenamen der Buchten haben oft die Endung „mouth“! Ein echter Zungenbrecher wenn man sich über Funk anmelden muss. Zur Zeit liegen wir in „Portsmouth“, am östlichen Ende des Solent.

Unser Hafen direkt am „Spinnaker Tower“ in Portsmouth 170m hoch!
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🍾 heute vor einem Jahr,

am 13. Juni 2019 sind wir von unserem Heimathafen, Hooksiel gestartet. Ein Jahr: „segelreisemitelisa“. Wir erinnern uns noch an die Verabschiedungen mit euch und an die gut gemeinten Wünsche! Heute, nach 366 Tagen können wir sagen, dass diese bis hier in Erfüllung gegangen sind. Es war ein sehr schönes Segeljahr. Ging es doch immer der Sonne hinterher!

Eine Segelsaison ohne Ende!
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