Einmal Malaga bitte🍨

Am 15. Juni 2020 sind wir in die Strait of Gibraltar von West nach Ost eingelaufen. Die beeindruckende Kulisse zwischen Afrika und Europa begleitet uns auf dieser Reise. Beide Kontinente haben hier hohe Berge. Es ist passender Nordwestwind und wir gleiten, bei sonnigem Wetter, mühelos durch die Meerenge. Ein schöner Segeltag, den wir in Erinnerung behalten werden.

Links Marokko und rechts Spanien. (mißglückte Panorama Aufnahme)

Unser heutiges Ziel ist der Hafen Alcaidesa in „La Linea“. Nur einen Steinwurf entfernt vom bekannten „Affenfelsen“, der unter britischer Herrschaft Gibraltar markiert. Unser zugeteilter Hafenplatz bietet uns den direkten Blick auf den 424 Meter hohen Berg, der Nachts beleuchtet ist. Eine gelungene Kulisse.

Felsen von Gibraltar. Dieser Teil ist Britisch und hat einen Grenzübergang!

Von Lagos/ Portugal, bis hier, war das einer der schönsten Küstenabschnitte unserer Reise.👍 180 Seemeilen nach unserem Geschmack.⛵️

Gibraltar „Affenfelsen“ 424 Meter hoch, von Seeseite Nachts beim Einlaufen fotografiert.
Schiffe vor Anker mit langen Bohrgerät. Ein bisschen wie Weihnachten🤨

Weiter geht unsere Reise ins Mittelmeer! Dicker Nebel war die erste Überraschung bei der Einfahrt ins Mediterrane. Viel Wind und Nebel, so warnt auch die Fachliteratur! Das hatten wir bis jetzt selten. Normal ist eher wenig Wind bei Nebel! Es braucht starke Nerven segelnd durch die viel befahrene Seestrasse zu steuern, wenn man nichts sieht. Überall tiefe, sehr tiefe Schallsignale der Grossschifffahrt. Gut, dass wir AIS haben! (🤨damit kann man Nachts oder bei Nebel Schiffe auf dem eigenen Bildschirm erkennen, orten und ggf. ausweichen.) Etwa drei Stunden hat es gedauert bis der Nebel durchbrochen war und wir das Land sehen konnten. Falsch– bis wir die ewig lange Kette von Hochhäusern sahen, die nahtlos an der spanische Küste gebaut sind.

1000km Partymeile🍺🥂⛱☀️

Auf Google-Earth kann man erkennen wie es bis zur französischen Küste so weitergeht. Hier geht die Post ab! Trotz Corona und noch geschlossenen Hotels, überall laute Musik von Land und auf ankernden Booten. Wasser-Scooter mit ihrer ätzenden Geräuschkulisse, Angler, Paddler, Schwimmer und Badebetrieb am Strand wie im Freibad. Die erste Nacht verbrachten wir so vor Anker. Die Zweite auch! Nur weil sich an diesen Nachmittagen keiner von diesen irren Scooterfahrern versteuert hat, haben wir überlebt. Wir glauben die Dinger ersetzen den Sex🤨 Am dritten Tag lag dann der Hafen vom „Real Club Mediterranio Malaga“ 16 Seemeilen (ca.30km) voraus. Für das Stück haben wir dann rund 6 Stunden gebraucht. Wind war wieder kaum. Keine Strafe an so einem schönen Tag. Schon beim Einlaufen wurden wir im Realclub Malaga abgewiesen. „Wir nehmen keine Gäste“! Die Nase ganz oben! Also in den Stadthafen und per Funk angemeldet. Einmal um die Ecke in das große Hafengebiet. Dort stand schon der Streifenwagen der Guardia Civil und empfing uns. Die Beamtin sicherte im geschultem Abstand den Tatort und der Kollege sagte: „es sei hier nur für eine Nacht Platz“! Sämtliche Schiffspapiere und Ausweise wurden kontrolliert!

Malaga Stadthafen.

40,23 Euro haben wir bezahlt. Dafür gab es kein Wasser, Strom, Toiletten und Dusche! Die Quittung, die wir verlangten, kam uns vor wie ein Strafzettel. Ab jetzt dudelte laute Musik von den umliegenden Restaurants. Wir haben uns dann zu Fuss Richtung Altstadt gemacht. Die ist richtig schön!

Malaga Kathedral
Blick auf den Hafen von der Burg „Castilo de Gibralfaro“ gebaut ab 912-961

Ein wirklich gelungener Tag in Malaga! Auf die Stadt lassen wir nichts kommen. Aber wir müssen ja nach einem Tag aus dem Hafen und so ankern wir 2 Meilen weiter nordöstlich. Erstmals auf der gesamten Reise bekamen wir eine Mückenplage an Bord. Hatten wir schon vergessen, dass es diese stechenden Ungeheuer gibt. Überhaupt war das Wasser nicht klar. Bei 4 Meter Wassertiefe konnten wir den Grund nicht sehen. Nicht sonderlich einladend. Und dann die vielen Plastiktüten- und Flaschen die im Wasser schwimmen. Hier wimmelt es von Plastikmüll im Wasser👎 Ihr merkt schon was jetzt kommt!?⬇️

Malaga, Reste der alten Bleifabrik.

Umdrehen, hier werden wir nicht glücklich! Ins östliche Mittelmeer, Richtung Griechenland wollen wir nicht. Also zurück! Vorgestern Nacht um 1:00 Uhr fiel unser Anker dann wieder in der Ankerbucht vor Gibraltar. Schön, wenn man frei ist!😊 Nun sind wir schon weiter Richtung Portugal. Wie spannend diese Fahrt ist- und wie es weitergeht kommt demnächst hier im Blog. Macht es gut. Bis bald, Crew Elisa

Ohne Corona kommen sonst hier die Kreuzfahrer an!
Leuchtturm Malaga, unser Anleger an der Betonmauer.

Ein Kommentar zu „Einmal Malaga bitte🍨

  1. Schön von euch zu hören, dass ihr frei unterwegs sein dürft und frei entscheidet. Genießt das Seglerleben weiter in diesen vollen Zügen. Liebe Grüße aus der Quarantäne von der Lady 😘

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